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Zusammenfassung

Die Veröffentlichung des Falles Wagner in den „Verbrechertypen“ beruht auf der schon in der Einleitung zum I. Heft ausgesprochenen Tendenz, eigenartigen Persönlichkeiten nicht aus dem Wege zu gehen. Und eine solche merkwürdige Persönlichkeit ist, wie die folgende Studie zeigt, Wagner gewiß. Er hat nicht nur eine Individualität, die sich von frühester Kindheit an als auffällig erweist; sondern er leidet später an einer ausgesprochenen geisteigen Erkrankung. Dies würde ihn unter anderen Umständen gleichsam der Betrachtung der Allgemeinheit entziehen und ihn in das Spezialgebiet psychiatrischer Froschung verweisen, wenn nicht seine Tat mit ihrer Ungeheuerlichkeit die Interessen der Allgemeinheit aufs schwerste geschädigt, die Aufmerksamkeit weitester Kreise erregt und die Leidenschaften der öffentlichen Meinung entfesselt hätte. Aber abgesehen von dieser Aktualität des Falles empfiehlt noch ein anderer Umstand die literarische Festlegung. Das ist die außerordentliche Reichhaltigkeit der vorliegenden Materialien, auf Grund deren (zusammen mit der eigenen Beobachtung) der Bearbeiter des Falles so tiefe Einblicke in die seelische Entwickelung Wagners tun und eine solch umfassende Darstellung seiner Persönlichkeit geben konnte, wie kaum jemals ein Forscher zuvor.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Robert Gaupp
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

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