Geschichtliches. Verbreitung der Karies

  • Robert Klöser

Zusammenfassung

Die Karies der Zähne ist ein chemisch-parasitärer Prozeß, bei dem durch Säuren und Mikroorganismen die anorganischen und organischen Bestandteile des Zahns vernichtet werden (29). Sie ist eine der verbreitetsten Volkskrankheiten. Die subjektiven Symptome dieser Krankheit interessieren den Statistiker nicht. Als objektives Symptom ist zu bezeichnen der Substanzverlust (62). Bei allen statistischen Untersuchungen nun, die sich mit der Zahnkaries befassen, wird derjenige Zahn als kariös bezeichnet, der einen Substanzverlust aufzuweisen hat. Einzelne Zahnärzte sind bei ihren Untersuchungen aber noch „gewissenhafter“ gewesen, indem sie jede Verfärbung des Zahns — sei sie dunkel oder licht — als Karies ansprechen (78). Dies ist entschieden zu weit gegangen; denn die dunkle Verfärbung kann nur eine abnorme Pigmentierung darstellen, während die lichten Flecken auf eine mangelhafte Verkalkung des Schmelzes an dieser Stelle hinweisen. Wenn diese Stellen auch manchmal mehr zur Karies disponieren, so ist es doch nicht statthaft, sie als kariös zu bezeichnen. Des weiteren kann der Schmelz durch chemische oder mechanische Insulte defekt geworden sein, ohne daß es sich hier um Karies handelt. Es gibt auch Fälle, in denen Zähne ohne Schmelzbekleidung durchbrechen. Schließlich sind noch die sogenannten gerieften Zähne von den kariösen wohl zu unterscheiden. Unter gerieften Zähnen versteht man solche, welche Schmelzdefekte aufweisen, die durch Ernährungsstörungen während der Verkalkungsperiode der Zähne bedingt sind. Diese Affektion, welche man auch Erosion oder Hypoplasie nennt, findet sich in der Regel an mehreren Zähnen zugleich und zwar vor allem an den ersten Mahlzähnen und an den Schneidezähnen. In diesen Fällen ist also die Diagnose der Karies nicht einfach, und es bedarf zur einwandfreien Feststellung mehrfacher genauer Untersuchung oder gar längerer Beobachtung. Beides dürfte aber bei den meisten, Untersuchungen an größeren Menschenmassen nicht möglich sein, weil die Zeit nicht ausreicht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Robert Klöser
    • 1
  1. 1.StolbergDeutschland

Personalised recommendations