Der Rhein von Rastatt bis Speyer als Sprachgrenze

  • Paul Waibel

Zusammenfassung

Obwohl die in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts herrschende Dialektgeographie die Abhängigkeit der Dialektgrenzen von historischen Faktoren nachgewiesen hat, ist doch das Interesse der Historiker für die Mundartforschung gering geblieben. Diese Tatsache kann nicht etwa mit der Forschungslage erklärt werden. Es liegen für das Gebiet von Rastatt bis Speyer dialektgeographische Untersuchungen von Heeger 1, Bertram 2, Schlager 3 und vom Verfasser4 vor. Dazu kommen die Wörterbücher. Das elsässische5 ist längst fertig, das badische6 und das pfälzische7, die noch nicht abgeschlossen sind, werden wesentlich umfangreicher sein. Daß die darin aufgeworfenen geschichtlichen Probleme8 bei uns von der Landeskunde nicht aufgegriffen wurden, liegt zum Teil am Verhältnis des Historikers zur Sprache, die er als Mittel, nicht als Objekt seiner Forschung betrachtet. Es muß aber auch zugegeben werden, daß Untersuchungen wie Wörterbücher jeweils an den Landesgrenzen haltmachen und damit jenen größeren Zusammenhang vernachlässigen, der schon im Namen der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins anklang und von unserem Jubilar und den Mitgründern der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein zum leitenden Arbeitsprinzip erhoben wurde.

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Literatur

  1. 1.
    Heeger, Der Dialekt der Südostpfalz (Landau 1896). Google Scholar
  2. 2.
    O. Bertram, Die Mundart der mittleren Vorderpfalz (Erlangen 1937). Google Scholar
  3. 3.
    F. Schlager, Die Mundarten im fränkisch-alemannischen Grenzgürtel Badens (Bühl 1931). Google Scholar
  4. 4.
    P. Waibel,Die Mundarten im rechtsrheinischen Bereich des ehemaligen Fürstbistums Speyer (Walldorf 1932). Google Scholar
  5. 5.
    E. Martin und H. Lienhart, Wörterbuch der elsässischen Mundarten (Straßburg 1899 ff.).Google Scholar
  6. 6.
    E. Ochs, K. F. Müller, G. W. Baur, Badisches Wörterbuch (Lahr 1925 ff.); Band II, F — H, 1974 abgeschlossen).Google Scholar
  7. 7.
    J. Krämer, Pfälzisches Wörterbuch (Wiesbaden 1965 ff.).Google Scholar
  8. 8.
    Wie fruchtbar das Thema ist, zeigen u. a. Th. Frings, Sprache und Geschichte I—III (Halle 1956) und M. Hornung, Mundart und Geschichte (Wien 1967).Google Scholar
  9. 9.
    F. Maurer, Zur Sprachgeschichte des deutschen Südwestens, in: Oberrheiner, Schwaben, Südalemannen (Straßburg 1942).Google Scholar
  10. 10.
    H.Aubin, Th. Frings, J. Müller, Kulturströmungen und Kulturprovinzen in den Rheinlanden (Bonn 1926, Nachdruck Darmstadt 1966).Google Scholar
  11. 11.
    Christmann, Sprachbewegungen in der Pfalz (Speyer 1931); von E. Christmann stammen auch die Mundartkarten mit Begleittexten in W. Winkler, Pfälzischer Geschichtsatlas (Neustadt 1935) und W. Alter, Pfalzatlas (Speyer 1964 ff.).Google Scholar
  12. 12.
    O. Stoeckicht, Sprache, Landschaft und Geschichte des Elsaß (Marburg 1942).Google Scholar
  13. 13.
    G. Wolfram, W. Gley, Elsaß-lothringischer Atlas (Frankfurt 1931).Google Scholar
  14. 14.
    E. Beyer,La palatalisation vocalique spontanée de l’alsacien et du badois (Strasbourg 1964). Karte 32 gibt eine beachtenswerte Übersicht für die Gegend Weißenburg — Karlsruhe. Diskussion über Beyers Werk: P. Wiesinger, Zs. f. Mundartforschung 35 (1968), S. 140 ff.Google Scholar
  15. 15.
    E. Beyer ist auch der Schöpfer des monumentalen Atlas linguistique et ethnographique de l’Alsace, ALA, dessen 1. Band in Zusammenarbeit mit R. Matzen in Paris 1969 erschien. Vgl. Rez. v. U. Weber in: ZGO 118 (1970) S. 456 ff.Google Scholar
  16. 15a.
    Nach Druckbeginn erschien H.-R. Fluck, Arbeit und Gerät im Wortschatz der Fischer des badischen Hanauerlandes, = Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte Band XXV (Freiburg/München 1974). In dieser verdienstlichen Untersuchung einer Fachsprache entlang einer benachbarten Oberrheinstrecce wird systematisch und mit Erfolg auch die Sprache des linken Rheinufers einbezogen.Google Scholar
  17. 16.
    F. Wrede, W. Mitzka, B. Martin, Deutscher Sprachatlas…, (Marburg 1927 ff.). Google Scholar
  18. 17.
    W. Mitzka, L. E. Schmitt, Deutscher Wortatlas (Gießen 1951 ff.). Für die vorliegende Darstellung nicht ausgewertet.Google Scholar
  19. 18.
    Deutsches Spracharchiv Bonn, Adenauerallee 96. Begründet von E. Zwirner, jetzt geleitet von W. Bethgen. Google Scholar
  20. 19.
    Waibel (wie Anm. 4) S. 155, § 103.Google Scholar
  21. 20.
    Wie Anm. 3 und F. Schlager, Die Mundarten an der badischen Stammesnaht, in: Um Rhein und Murg 1 (Rastatt 1961) S. 106 ff.Google Scholar
  22. 21.
    K. Bohnenberger, Die alemannisch-fränkische Sprachgrenze vom Donon bis zum Lech, in: Zs. f. hochdt. Mundarten 6 (1905). Ders., Die alemannische Mundart (Tübingen 1953) S. 9 ff.Google Scholar
  23. 22.
    H. Moser, Stamm und Mundart, in: Zs. f. Mundartforschung 20 (1951) S. 129 ff. Vgl. W. Kleiber (Anm. 26) S. 14 ff. mit weiterer Literatur.Google Scholar
  24. 23.
    Wie Anm. 4 und O. Kilian, „Mundart“ in: Die Stadt-und Landkreise Heidelberg und Mannheim, Bd. I (Karlsruhe 1966) S. 430 ff., bes. S. 443 und Hauptkarte (nach dem Auszählungsverfahren).Google Scholar
  25. 24.
    R. Matzen,Sprachliches aus dem Elsaß, in: H. Bausinger, Dialekt als Sprachbarriere? (Tübingen 1973) S. 77 ff.Google Scholar
  26. 25.
    Allerdings hat sich p nur unmittelbar am Rhein durchgesetzt; in ihrem weiteren Verlauf ziehen die Linien nach NO, so daß das ganze speyrische Gebiet zwischen Bruchsal und Wiesloch pf hat. Wir sehen in diesem Zurückweichen die Wirkung des Verkehrs aus dem südlichen, dem Schwäbischen benachbarten Kraichgau und die Wucht des Druckes aus dem deutschen SO. Vgl. auch Stoeckicht (wie Anm. 12) S. 43 ff.Google Scholar
  27. 25a.
    E. Ochs, Gliederung der badischen Mundarten (Karlsruhe 1921) S. 5.Google Scholar
  28. 26.
    Grundlegendes und Weiterführendes zur gesamten pf-Frage jetzt bei W. Kleiber, Die »Grenze“ der alemannischen Mundart am nördl. Oberrhein in sprachhistorischer Sicht, in: Festgabe für Fr. Maurer (Düsseldorf 1968) S. 11 ff. Google Scholar
  29. 27.
    Waibel (wie Anm. 4) S. 140.Google Scholar
  30. 28.
    Ebd. S. 135 ff.Google Scholar
  31. 29.
    Ebd. S. 139 ff.Google Scholar
  32. 30.
    bd. S. 128 ff. u. 134 ff.Google Scholar
  33. 31.
    Ebd. S. 126 ff. und P. Waibel, Französisch und Deutsch in Friedrichstal, in: So weit der Turmberg grüßt, Beil. zum Durlacher Tagblatt, 9. Jgg. (1957) S. 121 ff.Google Scholar
  34. 32.
    Schlager (wie Anm. 3) S. 49, unter Berufung auf DSA (wie Anm. 16), Karte 16 (,heiß`). Eigenartigerweise erscheint diese Monophthongierung in O. Heiligs Verzeichnissen aus Ottersdorf (wie Anm. 65) überhaupt nicht, obwohl es sie sicher gab!Google Scholar
  35. 33.
    „Willst du zwei Eier? Nein, nur ein Ei!“Google Scholar
  36. 34.
    ALA I (wie Anm. 15) Karten 18, 252 u. a. Die Angaben fanden sich voll bestätigt.Google Scholar
  37. 35.
    Schlager (wie Anm. 3) S. 48; Waibel (wie Anm. 4) S. 77.Google Scholar
  38. 36.
    ALA I (wie Anm. 15) Karte 42. Es handelt sich nicht etwa um franz. oeil!Google Scholar
  39. 37.
    Waibel (wie Anm. 4) S. 76 u. 126.Google Scholar
  40. 38.
    R. Raubenheimer, Wo lag das alte Vorlach? in: Pfälz. Heimatblätter 3 (1955) S. 79 f.Google Scholar
  41. 39.
    Kommst du auch mit ins Geißweiden? Nimmst den Bock auch mit, dann weidet (im Wortspiel mit,wedelt`) er auch.“Google Scholar
  42. 40.
    Pfälz. Wb. I (wie Anm. 7) S. 359 f.Google Scholar
  43. 41.
    Beyer (wie Anm. 14) S. 282 ff., bes. S. 284 mit Anm. 4.Google Scholar
  44. 42.
    Die Form li f t,läuft` in Karlsdorf (Dt. Spracharchiv — wie Anm. 18 — Band I/601) fand ich in Hoerdt und Neupotz wieder, so daß auch hier der pfälzische Ursprung einer Karlsdorfer Form gesichert ist.Google Scholar
  45. 43.
    Bertram (wie Anm. 2) S. 68.Google Scholar
  46. 44.
    Heeger (wie Anm. 1) § 51 und Karte.Google Scholar
  47. 4.
    Waibel (wie Anm. 4) S. 128 ff.Google Scholar
  48. 46.
    Bertram (wie Anm. 2) S. 68 f.Google Scholar
  49. 47.
    Heeger (wie Anm. 1) SS 4, 11, 51 und Karte.Google Scholar
  50. 48.
    Waibel (wie Anm. 4) S. 62 f.Google Scholar
  51. 49.
    d. S. 104 f.Google Scholar
  52. 50.
    Sie war bisher nicht erkennbar, weil Heeger 1896 angab, der Wandel komme nur in Orten mit Zungen-r vor, Leimersheim aber damals wie heute Zäpfchen-r spricht.Google Scholar
  53. 51.
    Die Verbindung Linkenheim — Staffort zeigt R. Stenzel, Geschichte von Linkenheim (1969) S. 49, die von Staffort und Weingarten G. Haselier im 49. Vortrag der Arbeitsgemeinschaft f. gesch. Landesk. a. ORh. vom 13. 11. 1964.Google Scholar
  54. 52.
    E. Christmann, Die Wandlungen des germ. Reibelautes th und des germ. Verschluß-lautes d in den Mundarten der Rheinpfalz, in: Teuthonista 1 (Marburg 1924/25) S. 214 ff.Google Scholar
  55. 53.
    J. Krämer im Pfälz. Wb. (wie Anm 7) I, Artikel,Bruder` und ausführlich in: Probleme der Geschichte und Landeskunde am linken Oberrhein, Niederschrift über die Tagung der Arb.Gem. für westdt. Landes-und Volksforschung in Bad Bergzabern, hg. v. F. J. Artheim (Bonn 1966) S. 37. Dr. Krämer nahm auch in der Diskussion zu dem dieser Darstellung zugrundeliegenden Vortrag in gleichem Sinn Stellung. (Vgl. 151. Protokoll der Arb. Gem. f. gesdh. Lk. a. ORh.Google Scholar
  56. 54.
    Das z-ähnliche Zeichen steht für den stimmhaften velaren Reibelaut, der der Hochsprache fehlt.Google Scholar
  57. 55.
    Schlager (wie Anm. 3) S. 63.Google Scholar
  58. 56.
    K. Wagner, Deutsche Sprachlandschaften (Marburg 1927).Google Scholar
  59. 57.
    DSA (wie Anm. 16) Karten 6a, 24. M. Pierre Reinbold (Selz) stellte mir dankenswerterweise seine ausgearbeiteten Studien und Sammlungen über den Dialekt von Selz zur Verfügung. Selz fehlt im ALA (wie Anm. 15).Google Scholar
  60. 58.
    P. Wiesinger, Phonetisch-phonologische Untersuchungen zur Vokalentwicklung in den deutschen Dialekten (Berlin 1970) I S. 181 ff.Google Scholar
  61. 59.
    A. Krieger, Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden II (1905) S. 295.Google Scholar
  62. 60.
    Schlager (wie Anm. 3) S. 58. Die Mundartdichtung in Otigheim seit Gallion (vgl. O. Heilig,Zs. f. hodidt. Mundarten 5 (1904) S. 352) bietet eine Fülle weiterer Belege, die zeigen, wie die Mundart durch diese Diphthongierung an Farbigkeit und Vokalität gewinnt. Ortsneckerei s s doubabroudsar,Stumpenbrunzer`, Flurname leinas“douba,Lindenstumpen`.Google Scholar
  63. 61.
    S. 26 mit Anm. 34.Google Scholar
  64. 62.
    Schlager (wie Anm. 3) S. 58.Google Scholar
  65. 63.
    »Mach’s Fenster zu, der Wind geht herein, das Kind wird kölschblau.“Google Scholar
  66. 64.
    S. 37 mit Anm. 78.Google Scholar
  67. 65.
    O. Heilig,Zur Kenntnis der Mundart von Ottersdorf, in: Die Ortenau (1912) S. 114. Ders.: Zum Wortbestand der niederalemannischen Mundart von Ottersdorf, in: Zs. f. deutsche Mundarten 9 (1914) S. 335 ff. Google Scholar
  68. 66.
    Beyer (wie Anm. 14) S. 31. Ebenda S. 149, Anm. 1 u. 2 auch göuns,Gans` (Ottersdorf).Google Scholar
  69. 67.
    H. Fischer, Geographie der schwäbischen Mundart (Tübingen 1895); G. W. Baur, Die Mundarten im nördl. Schwarzwald (Marburg 1967) I §§ 121, 131, 3c; II, Karten 42–48, bes. 46, ferner 124.Google Scholar
  70. 68.
    Stoeckicht (wie Anm. 12) Karte 2.Google Scholar
  71. 69.
    H. Bannasch, Zur Gründung und älteren Geschichte des Benediktinerklosters Selz, in: Oberrheinische Studien I (1970) S. 97 ff. (auch ZGO 117, 1969).Google Scholar
  72. 70.
    O. Stoeckicht, Das Elsaß im Rahmen der westdeutschen Dialektgeographie, in: Zs. f. Mundartforschung 30 (1964) S. 289 ff. mit Karte nach S. 304).Google Scholar
  73. 71.
    Stoeckicht (wie Anm. 12) S. 192 ff., 231 ff.Google Scholar
  74. 72.
    Zu den Linien (Auszählungsverfahren) bei Stoeckicht (wie Anm 12) Karte 2: Die Rheingrenze ist sprachlich stärker ausgeprägt als der Übergang Elsaß-Pfalz bei Lauterburg-Berg; sie zeigt bei Selz gegenüber Plitters-, Otters-, Wintersdorf den stärksten Grad (über 30 Beispiele). Die dünne Linie zwischen Mothern und Illingen erklärt sich durch gegenseitige Beeinflussung (s. o. S. 26). Die Strecken 217 (Berg — Neuburg), 218 (BergNeuburgweier) sind zu schwach eingezeichnet („5–10 Beispiele“). Ursache mag die ein seitige Auswahl im DSA sein, z. T. auch die Tatsache, daß die genannten Orte schon außerhalb von Stoeckichts Thema»Elsaß” liegen.Google Scholar
  75. 73.
    ALA I (wie Anm. 15), besonders die Legenden zu den Karten 134, 135, 138.Google Scholar
  76. 74.
    Vgl. ferner E. Beyer, La flexion du groupe nominal en alsacien (Paris 1963) S. 61 ff. mit Karte 13, S. 156 mit Karte 53 u. a.Google Scholar
  77. 75.
    Schlager (wie Anm. 3).Google Scholar
  78. 76.
    Heilig (wie Anm. 65).Google Scholar
  79. 77.
    W. Mankel, Die Mundart des Münstertales, Straßburger Studien 2 (Straßburg 1884), S. 121 ff. Ferner E. Beyer (wie Anm. 14) S. 152 und ALA I (wie Anm. 15) Karte 314 (wild).Google Scholar
  80. 78.
    Dazu Feischtertiechl, Scheibengardine. Die mir von Herrn Oberlehrer Reiter mitgeteilten Aufzeichnungen und Gelegenheitsgedichte in Neuburger Mundart bestätigen meine eigenen Feststellungen und die Ergebnisse der drei vorzüglichen Tonbandaufnahmen I/612, 614, 615 von J. Krämer (Anm. 7) für das Deutsche Spracharchiv (wie Anm 18). Das dort mißverstandene,Bästel, Bästelleible` bezeichnet einen »Wulst, in dem der Trachtenrock befestigt wird“. Das Wort gehört zu dem im badischen Mörsch belegten basten,bezwingen, meistern’ (Bad. Wb. I 124) und weist so wieder über den Rhein.Google Scholar
  81. 79.
    Stoeckicht (wie Anm. 70) Karte (Punktraster für,hinten`).Google Scholar
  82. 80.
    Zu dem Neuburger kin vgl. Schlager (wie Anm. 3) S. 56 f. und ALA I (wie Anm. 15) Karte 9 sowie Beyer (wie Anm. 74) S. 61 ff. mit Karte 13, S. 202 f. und 293.Google Scholar
  83. 81.
    Heeger (wie Anm. 1) S. 35.Google Scholar
  84. 82.
    Zu dieser Deutung kam auch E. Beyer — der übrigens als einziger die Neuburger Sonderentwicklung behandelt — wenn er (wie Anm. 14) S. 283 sagt: „dgs,draußen`, dont la voyelle—longue primitive (ursprüngliche Länge) ou diphtongue remonophtonguée (wieder zum Einlaut gewordener Diphthong) — a été successivement palatalisée et désarrondie“ (palatalisiert und dann entrundet). Und in Fußnote 5 bemerkt er treffend: »Cet g issu de û s’y est confondu avec 9 provenant de î et iu (vgs < wîz, hgt < hiute). Auf seiner Karte 9 (Anhang S. 10) ist Neuburg sogar mit einer besonderen Signatur bezeichnet, in der Legende ist deren Erläuterung aber leider unterblieben.Google Scholar
  85. 83.
    A. Schäfer, Waren die Grafen von Eberstein die Gründer der Stadt Neuenburg an der Enz oder der ehem. Stadt Neuburg am Rhein? in: ZGO 112 (1964) S. 81 ff. F. Eyer, Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202 — 1480 (Straßburg 1938) S. 39, 102 f., 105. W. Winkler, Pfälz. Geschichtsatlas (Neustadt 1935), Text S. 4 und Blatt 7, rechnet Neuburg zu den „Kirchenlehen des Königs vom Kloster Weißenburg“, was ich sonst nicht belegt finde und bei W. Alter, Pfalzatlas (Speyer 1964 ff.), soviel ich sehe, bisher nicht wiederholt wird.Google Scholar
  86. 84.
    „Hinten drunten draußen liegt er am Bachdeich.“ Zu dem ursprünglich niederdeutschen Wort,Deich` (Damm) ist zu bemerken, daß es in oberdeutschen Texten seit dem 15. Jh. nachweisbar ist (Kluge-Mitzka, Etymologisches Wörterbuch), in unserer Gegend am Rhein aber die Entwicklung eines Erbwortes mitgemacht hat. Vgl. die Dih-äcker, später Deih-äcker in Mörsch und Bad. Wb. I 450. Pfälzisch wird durchweg „Damm” gebraucht.,Dich` in Neuburg weist also in doppelter Weise auf das rechte Ufer: das Wort an sich und seine Lautentwicklung.Google Scholar
  87. 85.
    (wie Anm. 59).Google Scholar
  88. 86.
    Ober die Mundart von Mörsch besitzt das Bad. Wörterbuch Aufzeichnungen von Prof. Fitterer (um 1906), deren Benutzung mir Dr. G. W. Baur freundlicherweise erlaubte.Google Scholar
  89. 87.
    Die Gemeinsamkeiten sind dadurch verdunkelt, daß Au heute zu den nichtdiphthongierenden Mundarten gehört (s. o. S. 31), Neuburg aber diphthongiert (s. o. S. 37). Gemeinsam sind immerhin: 1. der Wandel nd > n. 2. die Fälle der Nasaldiphthongierung (s. o. S. 37). 3. die Erhaltung des Vokals in der Vorsilbe ge-: rechtsrheinisch südl. Karlsruhe nur in Au, nördl. Karlsruhe erst wieder einmal in Liedolsheim und dann durchweg ab Ketsch bei Schwetzingen (vgl. Karte 8). 4. Länge des Vokals vor -dit. 5. Ausfall des zwischenvokalischen -g-nach Langvokal; in den pfälzischen Nachbardörfern von Neuburg, Berg und Hagenbach, erscheint dafür der stimmlose Reibelaut. 6. Die r-losen Formen für »draußen, drinnen “usw. 7. hau,Heu` in Au und (nach Heeger) früher auch in Neuburg, heute allerdings hai. B. bahuma,bekommen` in Au und Neuburg, rechtsrheinisch sonst nur noch in t3tigheim: bhoma, in der örtlichen Dialektliteratur seit Gallion (wie in Anm. 60) pomme geschrieben. Aus ALA I (wie Anm. 15) Karte 159 geht die weite (aber nicht durchgängige) Verbreitung im Elsaß hervor. Das Wort ist wohl eine Kreuzung aus,bekommen` +,behammen, behämmen` (Grimm, Deutsches Wörterbuch 1, 1325, Pfälz. Wb. I 657, Bad. Wb. I 136). Ortsneckerei: ds’äu gawe, niks behuma wi a dira gawets („In Au gewesen, nichts bekommen wie eine dürre Zwetschge”).Vgl. auch die Belege bei Schlager (wie Anm. 3) S. 80, § 42 und bei M. Philipp, Le systeme phonologique du parler de Blaesheim (Nancy 1965) S. 256, 358, 387.Google Scholar
  90. 88.
    Kleiber (wie Anm. 26) S. 34.Google Scholar
  91. 89.
    Christmann (wie Anm. 11) S. 44.Google Scholar
  92. 90.
    Für die Entfernung von Au nach Neuburg (Luftlinie 4 Karlsruhe oder über Rastatt mehr als 30 km zurücklegen!Google Scholar
  93. 91.
    Vollständiger Wortlaut der Diskussionsbeiträge von Prof. J. Krämer (Kaiserslautern) und Dr. G. W. Baur (Freiburg i. Arbeitssitzung der Arbeitsgemeinschaft f. gesch. Landeskunde 1974. km) muß man heute über Dr. W. Kleiber (Mainz), Dr. Br.) im Protokoll der 151. am Oberrhein vom 28. 6. Google Scholar

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  • Paul Waibel

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