Zusammenfassung

Wie Atmung und Herzschlag, und in rascherem Tempo die Entladungen der Nervenzellen, rhythmisch vor sich gehen und Allgemein das Leben zwischen Kuhe und Tätigkeit, Ermüdung und Erholung periodisch wechselt, so beherrscht ein großer Rhythmus, in Zusammenhang mit dem siderischen Rhythmus von Tag und Nacht, das Lebensgeschehen, dessen Wellen in Ebbe und Flut auf und ab steigen. Das Wachen führt automatisch den Schlaf herbei, und wiederum ist der Schlaf die Vorbedingung für das Wachsein. Wenn auch die Lebensäußerungen des wachenden Organismus die aufmerksamkeit in erster Linie auf sich ziehen, so ist doch diese Nachtseite des Lebens, die zeitlich etwa ein Drittel der gesamten menschlichen Lebensdauer in anspruch nimmt, nicht minder wichtig; erst die beiden Seiten bilden ein Ganzes. Das Verständnis des Schlafes, mit dessen Erklärung sich mystische Phantasien der Jahrtausende beschäftigt haben, und dessen Bedeutung dem die Schlafstörungen behandelnden und die Folgen der Schlaflosigkeit beobachtenden Ärzte täglich vor augen geführt wird, muß daher im selben Maße wie das Verständnis der Lebenserscheinungen überhaupt fortschreiten.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • U. Ebbecke
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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