Das Sehen

  • Wolfgang Leydhecker
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Die Erregungsleitung von den Sinneselementen bis zur Sehrinde ist bekannt. Die kleine Macula lutea wird auf etwa 4/5 der Fläche der Sehrinde repräsentiert, was der Struktur der Fovea und der gewaltigen Bedeutungsüberlegenheit der fovealen Abbildung entspricht. Die Bezeichnung „Vergrößerung“, die manchmal hierfür verwendet wird, ist mißverständlich. In der Fovea besteht ein sehr feines Raster der dicht beieinanderstehenden Zapfen, von denen jeder seine eigene bipolare Zelle und Ganglienzellen hat. Die primäre Sehrinde (Area 17) steht in enger Beziehung zu anderen Gebieten (Area 18, 19, 39, 40). Die optischen Erinnerungsfelder liegen an der lateralen Fläche des Hinterhauptlappens. Sind sie zerstört, so kann der Kranke zwar sehen, aber die Bedeutung eines Gegenstandes nicht erkennen, was man visuelle Agnosie oder Seelenblindheit nennt (isolierte Zerstörung der Area 18). Im Gyms angularis liegt (bei Rechtshändern links) das Lesezentrum, ein Erinnerungszentrum für Schriftzeichen. Bei einer Störung dieses Zentrums sieht der Kranke die Schriftzeichen, kann sie aber nicht lesen (Wortblindheit, Alexie). Optische Reflexe verlaufen über Fasern, die aus den ventralen Schichten des Corpus geniculatum laterale stammen und zum Tectum opticum (Colliculus superior) ziehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Leydhecker
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik im Kopfklinikum WürzburgWürzburgDeutschland

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