Atmung pp 190-229 | Cite as

Chemismus des Lungengaswechsels

  • G. Liljestrand
Part of the Handbuch der Normalen und Pathologischen Physiologie book series (2664, volume 2)

Zusammenfassung

Daß die Luft zum Brennen eines Lichtes wie auch für eine effektive Atmung und damit für die Aufrechterhaltung des Lebens nötig ist, wurde von Boyle p1) p2) und Hook p3) gezeigt. Lower p4) fand, daß die Farbenänderung bei Übergang vom venösen zum arteriellen Blut in den Lungen stattfindet und durch Aufnahme von Luft bedingt wird. Kurz danach schloß Mayow p5), daß nicht die ganze Luft zur Atmung bzw. zur Unterhaltung der Flamme nötig sei, sondern nur ein bestimmter Bestandteil derselben, von Mayow Spiritus nitro-aereus genannt. Es war dies das Gas der Luft, das durch die Lungen in das Blut hineintrat; nach Mayow fand dann im Organismus eine Vereinigung statt zwischen brennbaren Stoffen („salzig-schwefligen Partikelchen“) und Spiritus nitroaereus (d. h. Sauerstoff). Die Beobachtungen und Schlußfolgerungen Mayows blieben infolge des Durchbruchs der Phlogistontheorie unbeachtet. Durch die Darstellung des Sauerstoffs, wahrscheinlich schon 1771, wurde von Priestley p1) und Scheele p2) der Weg für die von Lavoisier p3) begründete Auffassung über die Natur der Verbrennungsprozesse angebahnt. Nach Rutherford p4) war der nicht respirable Teil der Luft ein besonderes Gas und nicht mit der Kohlensäure identisch, die schon van Helmont p5) nach Verbrennung und in gewissen anderen Fällen entdeckte, und die von Black p6) und Bergman p7) als normaler Bestandteil der Luft nachgewiesen wurde. Cavendish p8) beobachtete, daß etwa 1% der Luft aus einem Gas besteht, das sich von den erwähnten Bestandteilen unterscheidet.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • G. Liljestrand
    • 1
  1. 1.StockholmSchweden

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