Physiologische Grenzen im Leistungssport

  • L. B. Rowell
  • J. Karvonen
Conference paper

Zusammenfassung

Die physiologischen Grenzen in einem mit Dauerleistungen verbundenen sportlichen Training sind von metabolischen, zirkulatorischen und thermoregulatorischen Gegebenheiten bestimmt. Die vorliegende Einführung befaßt sich mit korrelierenden zirkulatorischen und thermoregulatorischen Funktionen. Bei einer über längere Zeit ausgeführten Arbeit läßt sich ein anhaltender Abfall des zentralen Venendrucks, des cardialen Füllungsdrucks, des Pulmonal-Arterien-Drucks, des systemischen arteriellen Drucks, des Schlagvolumens, des visceralen Blutflusses und der gesamten peripheren Resistenz registrieren. Das Herz-Minutenvolumen und damit auch die Sauerstoffaufnahme werden durch einen stetigen Anstieg der Herzfrequenz gewährleistet. Das Erschöpfungsstadium zeigt sich oft durch das Erreichen der maximalen Herzfrequenz an. Der Grund für diese cardio-vasculären Veränderungen bzw. für den Erschöpfungszustand ist noch nicht völlig klar. Die hauptsächlich in Frage kommenden Faktoren sind wahrscheinlich: 1. eine Verlagerung des zentralen vasculären Volumens nach der Haut hin, und zwar zum Zweck der Temperatur-Regulation; 2. erhöhte zentrale Temperatur; 3. eingeschränkte Myokardfunktion. Es ist bekannt, daß durch den während körperlichem Training stattfindenden zentralen Temperaturanstieg die Compliance der Hautvenen zurückgeht. Dies trifft gleichermaßen für den zentralen Venendruck und für das Schlagvolumen zu. Trotz erhöhter Herzfrequenz kommt keine Steigerung des Herz-Minutenvolumens zustande, um dem Durchblutungsbedarf von Haut und Muskel voll zu genügen. Da das Ausmaß dieser cardiovasculären Volumen-Verschiebung durch eine Senkung der Hauttemperatur während körperlichen Trainings gemindert — und da das Auftreten von Erschöpfungs-Symptomen durch eine derartige Abkühlung hinausgeschoben bzw. verhindert werden kann, darf man annehmen, daß dieser peripheriewärts gerichteten Verschiebung des vasculären Volumens bei der Ätiologie der Arbeitskraftminderung eine bedeutende Rolle zukommt. Es ist möglich, daß auch der Anstieg der zentralen Körpertemperatur eine Rolle spielt. Ein wesentlicher Faktor dürfte jedoch darin nicht gegeben sein. Es ist möglich, daß im Zustand extremer Erschöpfung auch eine Einschränkung der Herzmuskelfunktion zu einer Verminderung des Schlagvolumens beiträgt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1973

Authors and Affiliations

  • L. B. Rowell
    • 1
  • J. Karvonen
    • 2
  1. 1.SeattleUSA
  2. 2.HelsinkiFinnland

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