Advertisement

Zusammenfassung

Zunehmende Dynamik und Unsicherheit in der Entwicklung der Umwelt der Unternehmen haben in den letzten Jahren dazu geführt, daß der Begriff der Flexibilität in der betriebswirtschaftlichen Literatur intensiv diskutiert wird. Der Begriff Flexibilität beschreibt in diesem Kontext die Fähigkeit eines Systems, auf unvorhergesehene Entwicklungen von Umweltgrößen reagieren zu können 1. Faktoren wie die verstärkte Konkurrenz auf Beschaffungs- und Absatzmärkten, die Geschwindigkeit und Qualität technologischen Wandels, die zunehmende Komplexität betrieblicher Abläufe und insbesondere die gestiegene Bedeutung des Faktors „Zeit“ als wettbewerbspolitisches Erfolgspotential sind nur einige der vielen Entwicklungen, die angeführt werden, um die Forderung nach der Planung und dem zielgerichteten Aufbau und Einsatz von Flexibilitätspotentialen in betrieblichen Abläufen zu begründen 2.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Zur Klärung der Beziehung zwischen den Begriffen Planungsstabilität und Flexibilität werden in Kapitel 3.5.1 einige Präzisierungen des Flexibilitätsbegriffs dargestellt.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Kühn, M.: [73, Flexibilität, 1989 ], S. 1–2, Van DoNsElaar., K.: [37, Material-Coordination], S. 5.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. auch Schneeweiss, CH.: [115, Unsicherheiten in der Produktionsplanung, 1988 ], S. 285.Google Scholar
  4. 4.
    Anders KÜHN, der ausdrücklich auf die Gefahr der Verbreitung von Störungen in großen integrierten Systemen hinweist und dafür plädiert, stochastische Einflußgrößen des Entscheidungsfeldes durch ihre Einbeziehung bereits auf der strategischen Planungsebene frühzeitig zu antizipieren. Vgl. KÜHN, M.: [73, Flexibilität, 1989 ], S. 4–5.Google Scholar
  5. 5.
    So z.B. bei Mather, H.F.: [86, Reschedule the Schedules, 1977], Steele, D.C.: [131, Nervous Mrp, 1976 ].Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. z.B. Penlesky, R.J. U.A.: [98, Due Date Maintenance, 1989], Ho, CH.-J.: [61, Operating Environments, 1989]. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß auch für die erfolgreiche Implementation dezentraler Materialbedarfssteuerungen im Rahmen der Umsetzung von “Just-in-time”-Konzepten eine “stabile” Planungsumgebung als wesentliche Voraussetzung genannt wird (so z.B. Fandel, G. Und Francois, P.: [42, Just-in-Time-Produktion, 1989]). Gerade beim Einsatz konsequent auf “Just-in-time”Steuerungen ausgelegter Systeme wird zur Erreichung der im Rahmen dieser Philosophie angestrebten Bestandsreduzierungen weitgehend auf die Vorhaltung von Absicherungspotentialen (z.B. Sicherheitsbeständen oder Sicherheitszeiten) gegen stochastische Einwirkungen verzichtet. Auftretende externe oder interne Störungen können sich daher in sehr viel stärkerem Maße unmittelbar auf betriebliche Abläufe auswirken. Darüber hinaus werden wegen des weitgehenden Verzichts auf die teilweise Entkoppelung betrieblicher Teilprozesse durch Losgrößen und Sicherheitspuffer vernetzte Planungen in diesem Fall durch erforderliche Planrevisionen stärker beeinträchtigt.Google Scholar
  7. 8.
    Wild, B.: [146, Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeit, 1995], S. 5–10 und S. 15 ff. 8Delfmann, W.: [36, Distributionsstrukturen, 1988 ].Google Scholar
  8. 9.
    Zur Unterscheidung von den als Prozeßstörungen bezeichneten Abweichungen des Systemzustands vom geplanten Zustand bezeichnet Schneeweiss diese Veränderung von Planvorgaben als Planstörungen (Schneeweiss, CH.: [116, Planung, 1992], S. 122). Vgl. dazu auch die Klassifikation von Planänderungen in Kapitel 3.3 dieser Arbeit.Google Scholar
  9. 10.
    Eine Abgrenzung von Planungs-und Entscheidungsverfahren wird in Kapitel 2 dieser Arbeit gegeben.Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. auch Van Donselaar, K.: [37, Material-Coordination, 1989 ], S. 17.Google Scholar
  11. Zur Abgrenzung der Material-Logistik vgl. z.B. Tempelmeier, H.: [137, Material-Logistik, 1992 ], S. 1–9.Google Scholar
  12. 12.
    Tempelmeier, H.: [137, Material-Logistik, 1992], S. 1. Zur Definition und Abgrenzung des Logistikbegriffs siehe auch PfoilL, H.-CH.: [100, Logistik-Systeme, 1990 ], S. 11–12.Google Scholar
  13. 14.
    Neben Ansätzen zur Berücksichtigung stochastischer Nachfragen (Zu einer Übersicht über einstufige Verfahren vgl. Robrade, A.D.: [107, EinproduktLagerhaltungsmodelle, 1990]) existieren Modelle mit stochastischen Lieferzeiten und Ansätze unter Berücksichtigung stochastischer Ausbringungsmengen (vgl. LÄGE, K.: [74, Ausschuß und Nacharbeit, 1993]) sowie spezielle Ansätze für die Lagerhaltung von Ersatzteilen vgl. dazu Sherbrooke, C.C.: [123, Multi-Echelon Techniques, 1992 ].Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. dazu Schneeweiss, CH.: [114, Production Planning, 1986 ], S. 3.Google Scholar
  15. Vgl. dazu Graves, S’r.C.: [51, Safety Stocks, 1988]. Zu Methoden zur Berücksichtigung von Unsicherheit in Produktionssystemen vgl. die Ausführungen in Kap. 2.3, S. 25 dieser Arbeit.Google Scholar
  16. 16.
    Analytische Ansätze zur Festlegung von Sicherheitsbeständen in mehrstufigen Produktionssystemen abstrahieren z.B. durch die Annahme einer Lot-for-Lot Politik von dem Losgrößenproblem (so z.B. Inderfurth, K.: [67, Safety Stock Optimization, 1991]), oder aber sie basieren auf Approximationen und der Anwendung einstufiger Losgrößenregeln (z.B. Van Donselaar, K.: [37, Material-Coordination, 1989], S. 135–164; [38, Integral Stock Norms, 1990]).Google Scholar
  17. 17.
    Für einen Überblick über Verfahren zur Lösung des deterministischen mehrstufigen dynamischen Losgrößenproblems vgl. Tempelmeier, H.: [137, Material-Logistik, 1992 ], S. 223–331.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. dazu auch Molinder, A.: [95, Modelling of Mrp, 1993], S. 81–82. Neben der unzureichenden Berücksichtigung von Kapazitätsaspekten (vgl. Tempelmeier, H.: [137, Material-Logistik, 1992], S. 202) kann dies als eine weiterere wesentliche Ursache für die bei der Integration von Lösungsverfahren der Lagerhaltungstheorie in praxisorientierte Systeme der Produktions-und Materialbedarfsplanung entstehenden Probleme gesehen werden.Google Scholar
  19. 20.
    Bezogen auf das Verhalten aggregierter Systeme weist bereits Forrester, J.W.: [46, Industrial Dynamics, 1961] auf die Aggregationseffekte und zeitlich verzögerten Wirkungen von Losgrößenentscheidungen auf relevante Systemgrößen wie z.B. auf die Höhe von Beständen, deren Zusammensetzung und Änderungsraten hin. Daneben finden sich weitere Beiträge, in denen analytisch am Beispiel stochastischer Lagerdispositionsregeln das Verhalten aggregierter makroökonomischer Systeme als Folge einzelwirtschaftlichen Handelns entsprechend mikroökonomischer Entscheidungsmodelle untersucht wird (z.B. Caballero, R.J., Engel, E.M.R.A.: [24, Dynamic (S,$) Economies, 1991]).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Thomas Jensen
    • 1
  1. 1.Fakultät für WirtschaftswissenschaftUniversität MagdeburgMagdeburgDeutschland

Personalised recommendations