Opioide in der Intensivmedizin

  • Enno Freye

Zusammenfassung

Ein einheitliches Konzept für den Einsatz der Opioide in der Intensivmedizin besteht nicht. Die Schwierigkeit für die Erstellung eines in allen Fällen geeigneten Therapieschemas resultiert dabei aus der Tatsache, daß Intensivpatienten aus den verschiedensten Fachdisziplinen zu betreuen sind, wobei unter den unterschiedlichsten therapeutischen Zielsetzungen eine Behandlung erfolgt. Dabei stehen jeweils bestimmte Aspekte der Therapie im Vordergrund, so z.B. in der Neurochirurgie und Neurologie, wo die Protektion der zerebralen Funktionen bei noch erhaltener Möglichkeit zur Beurteilung des neurologischen Status im Vordergrund steht. Oder in der Kardiochirurgie, wo die Schmerzunterdrückung zur Elimination schädigender sympathikotoner Stimuli und die Unterdrückung aller Faktoren, die einen myokardialen Sauerstoffmehrbedarf bedingen, bei fehlenden negativen Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System gefordert wird. Auch haben die Patienten unterschiedlich stark ausgeprägte Störungen der Hämodynamik, des Säure-BasenHaushalts und es sind die Funktionen unterschiedlicher Organe in einem nicht zu definierenden Ausmaß eingeschränkt. Zu denken ist aber auch an eine medikamentöse Polypragmasie, die zu einer nicht vorhersehbaren Arzneimittelinteraktion führt. Dennoch können die an Gesunden ermittelten Halbwertszeiten und damit auch die Aufwachzeiten nach den Medikamenten bei langfristiger und hochdosierter Anwendung recht unterschiedlich sein, da nicht nur die metabolische Leistung der Leber, sondern auch die Proteinbindungskapazitäten, die sich in mehr freie, ungebundene und damit wirksame Substanz niederschlägt, recht unterschiedlich sind. So gehen viele Krankheiten auf der Intensivstation mit einer herabgesetzten Proteinbindung einher:
  • Verbrennungskrankheit,

  • chronische Bronchitis,

  • Diabetes mellitus,

  • Herzinsuffizienz,

  • Mangelernährung,

  • Urämie,

  • Karzinom,

  • chronische Entzündungen,

  • Sepsis,

  • Enteropathie,

  • Operation.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Enno Freye
    • 1
  1. 1.Heinrich-Heine-Universität DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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