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Definition der Logistik

  • Waldemar Toporowski
Chapter
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Part of the Schriften zur Handelsforschung book series (3428, volume 89)

Zusammenfassung

Im folgenden wird versucht, die spezifischen Merkmale der Handelslogistik herauszuarbeiten. Aufgrund des breiten Spektrums von Logistikdefinitionen werden zuerst allgemeine, branchenunabhängige Definitionen des Begriffes analysiert, um festzustellen, was den Kern des Logistikbegriffes ausmacht. Anschließend wird die Frage diskutiert, ob es möglich und zweckmäßig ist, eine Abgrenzung der Handelslogistik vorzunehmen. Als Konsequenz dieser Diskussion wird im Abschnitt 2.3 versucht, die Elemente der Logistikdefinition für eine filialisierte Handelsunternehmung zu präzisieren.

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Literatur

  1. 1.
    Zur Geschichte des Logistikbegriffes siehe Kapoun, J.: Logistik, ein moderner Begriff mit langer Geschichte, in: ZfL, Jg.2 (1981), Heft 3, S.124–125; siehe auch Ihde, G.B., 1991a, S.28–31; Lambert, D.M./ Stock, J.R.: Strategic Logistics Management, 3. Auflage, Homewood -Boston 1993, S. 19–21.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.11.Google Scholar
  3. 3.
    Zur Entwicklung der Logistik siehe Lochthowe, R.: Logistik-Controlling: Entwicklung flexibilitätsorientierter Strukturen und Methoden zur ganzheitlichen Planung, Steuerung und Kontrolle der Unternehmenslogistik, Frankfurt a M. 1990, S.10–20; Fey, P.: Logistik-Management und Integrierte Unternehmensplanung, München 1989, S.12–21; Lambert, D.M./ Stock, J.R., 1993, S.22–24; Krulis-Randa, J.S.: Marketing-Logistik. Eine systemtheoretische Konzeption der betrieblichen Warenverteilung und Warenbeschaffung, Bern–Stuttgart 1977, S. 39–55.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe Lochthowe, R., 1990, S.11–12.Google Scholar
  5. 5.
    Pfohl bezeichnet die systemtheoretische Betrachtungsweise und die Gesamtkosten als grundlegend für die Logistikkonzeption; vgl. Pfohl, H.-Ch.: Marketing-Logistik: Gestaltung, Steuerung und Kontrolle des Warenflusses im modernen Markt, Mainz 1972, S.20–21 und Pfohl, H.-Ch., 1990, S. 19–31.Google Scholar
  6. 6.
    Zur Abgrenzung des Begriffes Unternehmenslogistik siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.14; Felsner, J.: Kriterien zur Planung und Realisierung von Logistik-Konzeptionen in Industrieunternehmen, Bremen 1980, S.15–18; Lochthowe, R., 1990, S. 26–29.Google Scholar
  7. 7.
    Zu weiteren Definitionen siehe zum Beispiel Schulte, Ch.: Logistik: Wege zur Optimierung des Material-und Informationsflusses, München 1991, S.1; Kirsch, W./ Bamberger, I./ Gabele, E./ Klein, K.: Betriebswirtschaftliche Logistik: Systeme, Entscheidungen, Methoden, Wiesbaden 1973, S.85; Reichmann, Th.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, Grundlagen einer systemgestützten Controlling-Konzeption, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, München 1993a, S.315; Lochthowe, R., 1990, S.20; Bowersox, D.J./ Closs, D.J./ Helferich, O.K.: Logistical Management: A Systems Integration of Physical Distribution, Manufacturing Support, and Materials Procurement, 3. Auflage, New York 1986, S.3; Coyle, J.J./ Bardi, E.J./ Langley, Jr., C.J., 1988, S.5–8; Novack, R.A./ Rinehart, L.M./ Wells, M.V., 1992, S. 236.Google Scholar
  8. 8.
    Siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.12.Google Scholar
  9. 9.
    Im weiteren Verlauf der Arbeit wird Logistik im Sinne von Untemehmenslogistik verstanden.Google Scholar
  10. 10.
    Council of Logistics Management, Oak Brook, Illinois 1985; zitiert nach Coyle, J.J./ Bardi, E.J./ Langley, Jr., C.J., 1988, S.6. Diese Definition stellt eine Modifikation einer früheren Definition des CLM, damals National Council of Physical Distribution Management (NCPDM), dar. Darin heißt es “… the integration of two or more activities for the purpose of planning, implementing, and controlling the efficient flow of raw materials, in-process inventory and finished goods from point of origin to point of consumption.”; zitiert nach: Shapiro, R.D./ Heskett, J.L., 1985, S.1, Fußnote 1. Die Anpassung an die zeitliche Entwicklung verdeutlicht auch die Tatsache, daß 1991 die Objekte um den Begriff „services“ ergänzt wurden; siehe Langley, Jr., C.J./ Holcomb, M.C.: Creating Logistics Customer Value, in: Journal of Business Logistics, Vol.13 ( 1992 ), No. 2, S. 2.Google Scholar
  11. 11.
    Siehe Kummer, S./ Weber, J.: Aspekte des betriebswirtschaftlichen Managements der Logistik, in: DBW, 4.50 (1990), Heft 6, S.776. Siehe auch Weber, J.: Thesen zum Verständnis und Selbstverständnis der Logistik, in: ZfbF, Jg.42 (1990), Heft 11, S.977. Siehe hierzu auch Weber, J.: Logistik als Koordinationsfunktion, in: Männel, W. (Hrsg.): Logistik-Controlling: Konzepte, Instrumente, Wirtschaftlichkeit, Wiesbaden 1993b, S. 11–24.Google Scholar
  12. 12.
    Zu dieser Definition muß kritisch angemerkt werden, daß durch das Hervorheben der Koordinationsaufgabe eine Abgrenzung zwischen Logistik und Logistik-Controlling erschwert wird. Vgl. dazu die Definition des Begriffes Controlling bei Weber, J.: Logistik-Controlling, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart 1991, S. 25.Google Scholar
  13. 13.
    Zu einem knappen Überblick über das Begriffsverständnis der Logistik in der Literatur siehe Meyer, M., 1993, S.254–257.Google Scholar
  14. 14.
    Jünemann zählt auch Personen und Energie zu den Objekten der Logistik; siehe Jünemann, R., 1989a, S.18. Entwicklungen in der Praxis zeigen, daß zunehmend auch Finanzmittel in die Logistik integriert werden; siehe Huber, U.V.: Financal Engineering: Dritte Dimension der Logistik, in: Hossner, R. (Hrsg.): Jahrbuch der Logistik ‘83, Düsseldorf 1993, S.70–74; Kruse, P.: Integrierter Waren-, Informations-und Zahlungsfluß: Das Service-Logistik-Konzept der Bertelsmann Distribution GmbH, in: Zentes, J. (Hrsg.): Moderne Distributionskonzepte in der Konsumgüterwirtschaft, Stuttgart 1991, S. 123–125.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Pfohl, H.-Ch., 1990, S. 5. Die Einbeziehung des Informationsflusses in die Logistik-Definition wird nicht von allen Autoren vorgenommen. Dennoch läßt sich feststellen, daß der Informationsfluß durch seine zunehmende Bedeutung für den Warenfluß zu einem integralen Bestandteil der Logistik geworden ist.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Slomka, M.: Methoden der Schwachstellen-und Ursachenanalyse in logistischen Systemen: Eine empirische Untersuchung, Bergisch Gladbach–Köln 1990, S. 47–48.Google Scholar
  17. 17.
    Die Verwendung dieser Begriffe in der Literatur ist nicht einheitlich. Neben dem Begriff Realisierung werden auch die Begriffe Gestaltung, Abwicklung und Durchführung benutzt. Hier soll die Planung, Steuerung, Kontrolle die dispositiven und die Realisierung die operativen Tätigkeiten beschreiben.Google Scholar
  18. 18.
    Siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.19 und die dort angegebene Literatur. Zum Nutzen der Systemtheorie für die Untersuchung logistischer Fragestellungen siehe Davis, J.: Distribution Systems Analysis, in: International Journal of Physical Distribution & Materials Management, Vol.8 (1977), No.2, S.74–88; Lochthowe, R., 1990, S.24–25; Slomka, M., 1990, S.46; Hesselschwerdt, B., 1974, S.94–98; Krulis-Randa, J.S., 1977, S. 130–154.Google Scholar
  19. 19.
    Das Systemdenken erstreckt sich einerseits auf die Elemente des Logistiksystems, andererseits besteht das Ziel darin, die Logistik in die Unternehmenspolitik zu integrieren; vgl. Novack, R.A./ Rinehart, L.M./ Wells, M.V., 1992, S. 234–237.Google Scholar
  20. 20.
    Siehe Henning, D.P., 1981, S.4.Google Scholar
  21. 21.
    Siehe Krämer, P.: Logistische Aspekte im Handel am Beispiel ausgewählter Sortimentsbereiche, in: Baumgarten, H. et al. (Hrsg.): RKW - Handbuch Logistik, Band 3, Berlin 1981, 13.Lfg.I1/88, Kennziffer 8020, S. 5.Google Scholar
  22. 22.
    Zu dieser Definition ist darüber hinaus kritisch anzumerken, daß der Zusammenhang zwischen den Dimensionen Zeit, Raum und Kosten unklar bleibt, die Integration der Produktion unverständlich ist und das Gleichsetzen des Empfangspunktes mit der Verkaufsstelle nicht uneingeschränkt möglich ist.Google Scholar
  23. 23.
    Siehe Henning, D.P., 1981, S.3–4.Google Scholar
  24. 24.
    Siehe hierzu auch Davis, J., 1977, S.84–86.Google Scholar
  25. 25.
    Siehe Lilienstern von, H.R.: Spezifische Aspekte der Logistik im Handel–Einführung, in: Baumgarten, H. et al. (Hrsg.): RKW–Handbuch Logistik, Band 3, Berlin 1981c, Grdlfg.1/81, Kennziffer 8010, S.1; Lilienstern von, H.R.: Logistik der Handelsstufen, in: Baumgarten, H. et al. (Hrsg.): RKW–Handbuch Logistik, Band 3, Berlin 1981d, 2.Lfg.V1I/81, Kennziffer 8050, S. 9–10.Google Scholar
  26. 26.
    Über die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten der Logistik in Industrie und Handel gibt eine empirische Untersuchung von Bowersox/Dröge Auskunft; siehe Bowersox, D.J./ Dröge, C.: Similarities in the Organization and Practice of Logistics Management Among Manufactures, Wholesalers and Retailers, in: Journal of Business Logistics, Vol.10 (1989), No.2, 5. 6172.Google Scholar
  27. 27.
    Siehe Prümper, W.: Logistiksysteme im Handel: Die Organisation der Warenprozesse in Großbetrieben des Einzelhandels, Thun–Frankfurt a M 1979, S. 33–34.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.15.Google Scholar
  29. 29.
    Siehe zum Beispiel Pfohl, H.-Ch., 1990, S.16; Schulte, Ch., 1991, S.17 und Delfmann, W., 1990a, S.179. Ihde unterscheidet statt dessen zwischen der betrieblichen Versorgung (gleichzusetzen mit Beschaffungslogistik), der Distributionslogistik, die zusammen die Marketing-Logistik bilden, und der innerbetrieblichen Logistik; siehe Ihde, G.B.: Distributions-Logistik, Stuttgart–New York 1978, S.2. In der amerikanischen Literatur ist eine Differenzierung zwischen Physical Supply (Materials Management) und Physical Distribution (Marketing Logistics) gängig, der eine Unterscheidung zwischen Rohstoffen und Fertigprodukten zugrunde liegt; siehe zum Beispiel LaLonde, B.J./ Grabner, J.R./ Robeson, J.F.: Integrated Distribution Systems: Past, Present, and Future, in: Robeson, J.F./ House, R.G. (Hrsg.): The Distribution Handbook, New York–London 1985, S.17; Coyle, J.J./ Bardi, E.J./ Langley, Jr., C.J., 1988, S. 19–20.Google Scholar
  30. 30.
    Die Entsorgungslogistik wird erst seit einigen Jahren explizit als Subsystem der Logistik genannt; siehe Pfohl, H.-Ch., 1990, S.16; Jünemann, R., 1989a, S.56–61; Ihde, 1991a, S. 251255.Google Scholar
  31. 31.
    Siehe Lochthowe, R., 1990, S.30, Fußnote 81. Eierhoff unterscheidet statt dessen zwischen Beschaffungslogistik, Lagerhaltung und Distributionslogistik, was jedoch, wie die folgenden Ausführungen zeigen, problematisch ist; siehe Eierhoff, K.: Handelslogistik: Kooperation weiter verstärken, in: Bonny, C. (Hrsg.): Jahrbuch der Logistik ‘82, Düsseldorf 1992, S. 82.Google Scholar
  32. 32.
    Siehe z.B. Pfohl, H.-Ch., 1990, S.18; Specht, G.: Distributionsmanagement, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart - Berlin - Köln 1992, S.86. Umfassendere Kataloge zählen auch die Prognose, den Lieferservice und die Beschaffung zu den Logistikfunktionen; siehe beispielsweise Coyle, J.J./ Bardi, E.J./ Langley, Jr., C.J., 1988, S.15–19; Shapiro, R.D./ Heskett, J.L., 1985, S. 42.Google Scholar
  33. 33.
    Prümper unterscheidet deshalb in diesem Zusammenhang zwischen verschiedenen Kreisläufen von Auftrag und Ware. Während die kleinstückige Ware den Endverbraucher erreicht, indem die Kreisläufe zwischen Filiale und Versorgungseinheit (gleichzusetzen mit Lager) und zwischen Kunde und Filiale hintereinandergeschaltet werden, wird die großstückige Ware über den Kreislauf zwischen Kunde und Versorgungseinheit zugestellt; siehe Prümper, W., 1979, S. 18–20.Google Scholar
  34. 34.
    Diese Annahme bedeutet nicht, daß der Hersteller seine Waren ausschließlich “frei Rampe” anbietet und prinzipiell keine Transportaufgaben übernimmt. Die Frage, ob die Waren angeliefert oder abgeholt werden, gehört vielmehr zu den Gestaltungsparametern der Handelslogistik.Google Scholar
  35. 35.
    Die Bandbreite der Artikelzahl im Handel schwankt zwischen ca. 600(Discounter) und mehr als 150000 (Warenhaus); vgl. Köckeritz, W.: EDV-gestützte Warenwirtschaft in Großbetrieben des Einzelhandels: Organisatorische Betrachtungsansätze einer ganzheitlichen Querschnittsfunktion, Bern - Stuttgart 1991, S.25. Henning spricht von 200000 Artikeln im Warenhaus; vgl. Henning, D.P., 1981, S.20. Pfohl nennt eine Zahl von bis zu 350000 Artikeln; siehe Pfohl, H.-Ch.: Handelslogistik: Zwischen Hersteller und Handel, in: Bonny, C. (Hrsg.): Jahrbuch der Logistik ‘82, Düsseldorf 1992, S.17. Siehe hierzu auch Barth, K.: Betriebswirtschaftslehre des Handels, 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Wiesbaden 1993, S.88; Falk, B./ Wolf, J.: Handelsbetriebslehre, 10., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Landsberg am Lech 1991, S. 223.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe beispielsweise Ausschuß für Begriffsdefinitionen aus der Handels-und Absatzwirtschaft: Katalog E, 3. Ausgabe, Köln 1982, S.26; Barth, K., 1993, S.88–91; Falk, B./ Wolf, J., 1991, S.221–225; Müller-Hagedorn, L.: Einführung in das Marketing, Darmstadt 1990, S. 121.Google Scholar
  37. 37.
    Siehe hierzu Lendzion, H.-P.: Das Logistik-Konzept der Karstadt AG für die 90er Jahre, in: Zentes, J. (Hrsg.): Moderne Distributionskonzepte in der Konsumgüterwirtschaft, Stuttgart 1991, S. 35–50; Jünemann, R., 1989a, S. 708.Google Scholar
  38. 38.
    Siehe Haard, B.M.: Ganzheitliche Sicht tut Not: Logistik in der Filiale vernachlässigbar?, in: Hossner, R. (Hrsg.): Jahrbuch der Logistik ‘83, Düsseldorf 1993, S. 81.Google Scholar
  39. 39.
    Siehe Abschnitt 2.1 dieser Arbeit.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Waldemar Toporowski
    • 1
  1. 1.KölnDeutschland

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