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Medikamente zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen

  • Otto Benkert
  • Hanns Hippius

Zusammenfassung

  • Die Therapie von Persönlichkeitsstörungen war lange Zeit ausschließlich eine Domäne psychotherapeutischer Interventionen. Mittlerweile existieren einige kontrollierte Studien auch zum Einsatz von Psychopharmaka bei Persönlichkeitsstörungen Die Ergebnisse sind aber für allgemeine Empfehlungen noch zu wenig abgesichert.

  • Die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen (z. B. Achse-Il-Störungen nach DSM-IV) ist fehleranfällig. Die diagnostischen Kategorien sind uneinheitlich und derzeit noch im Fluß; selbst strukturierte Interviews erfahrener Untersucher zeigen nur begrenzte Verläßlichkeit.

  • Wichtig ist die Erfassung und — wenn möglich — Abgrenzung von gleichzeitig vorhandenen Achse-I-Störungen nach DSM-IV (diese sollten vordringlich behandelt werden).

  • Eine Psychopharmakotherapie wird nur in Kombination mit psychotherapeutischen Behandlungsverfahren empfohlen, auch wenn deren Wirksamkeit — von Ausnahmen abgesehen — ebenfalls nicht empirisch abgesichert ist.

  • Empfehlungen zur Dauer einer Psychopharmakotherapie von Persönlichkeitsstörungen können nicht gegeben werden; aufgrund der klinischen Charakteristik der Störungsgruppe werden oft langfristige Behandlungen erforderlich sein. Nutzen und Risiken einzelner Substanzgruppen sind abzuwägen.

  • Die psychopharmakologische Therapie von Persönlichkeitsstörungen erfolgt symptomorientiert.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • Otto Benkert
    • 1
  • Hanns Hippius
    • 2
  1. 1.Psychiatrische KlinikUniversität MainzMainzDeutschland
  2. 2.Psychiatrische KlinikUniversität MünchenMünchenDeutschland

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