Prävalenz

  • Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

Zusammenfassung

Suchterkrankungen stellen durch ihre Häufigkeit und ihre medizinischen und sozialen Komplikationen ein gesundheitspolitisches Problem erster Ordnung dar. Die größte epidemiologische Studie des amerikanischen National Institute of Mental Health (NIMH) „epidemiologic catchment area study“ (ECA) (Regier et al. 1990) mit einer Stichprobe von über 20000 Personen ergab Lifetimeprävalenzen in der Allgemeinbevölkerung von 13,5% für Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit und 6,1% für Missbrauch/Abhängigkeit von einer anderen Substanz. Die Lifetimeprävalenz von schizophrenen Psychosen in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 1–1,5%. Somit dürfen die Schizophrenien auch als relativ häufige Erkrankungen betrachtet werden (Regier et al. 1990). Dennoch ist das Zusammentreffen von Psychose und Sucht bei demselben Individuum als eindeutig überzufällig zu bewerten: Die ECA-Studie ergab unter schizophrenen Patienten eine Lifetimeprävalenz von 47% für Missbrauch/Abhängigkeit, darunter 33,7% für Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit und 27,5% für Missbrauch/Abhängigkeit von einer anderen Substanz (Regier et al. 1990). Unter Patienten mit den Diagnosen Missbrauch/Abhängigkeit ist die Lifetimeprävalenz für eine schizophrene Psychose ebenfalls deutlich erhöht im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung: Bei Patienten mit Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit lag sie in der ECA-Studie bei 3,8%, und bei Patienten mit Missbrauch/Abhängigkeit von einer anderen Substanz bei 6,8% (Regier et al. 1990).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

Authors and Affiliations

  • Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank
    • 1
  1. 1.Klinik für Psychiatrie und PsychotherapieUniversität zu KölnKölnDeutschland

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