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Zusammenfassung

Fällt Röntgenstrahlung unter einem kleinen Glanzwinkel i auf eine uns eben erscheinende Grenzfläche zweier Medien, so stellen wir fest, daß die reflektierte Röntgenstrahlung das aus dem sichtbaren Spektralgebiet bekannte Reflexionsgesetz i = i’ erfüllt. Ist das erste Medium Luft, dann ist im Wellenlängengebiet der Röntgenstrahlen der Brechungsindex des zweiten Mediums stets kleiner als 1, und es kann bei hinreichend schwacher Absorption des zweiten Mediums bei kleinen Glanzwinkeln Totalreflexion auftreten. 1963 beobachtete Yoneda [1], daß für Glanzwinkel i, die nur wenig größer waren als der Grenzwinkel der Totalreflexion i g , reflektierte Röntgenstrahlung nicht nur unter dem Winkel i’= i zu beobachten war, sondern auch unter einem Winkel i a < i (Abb. 1). Yoneda nannte dieses Phänomen, daß Röntgenstrahlung anscheinend dem Reflexionsgesetz nicht gehorcht, „anomalous surface reflection“ oder kurz ASR. Die bisherigen Versuche zur Deutung der ASR gehen davon aus, daß die einfallende Röntgenstrahlung gestreut (s. u.) und ein Teil der Streustrahlung auch dann totalreflektiert wird, wenn i > i g ist. Nach den entwickelten Vorstellungen handelt es sich entweder um Kleinwinkelstreuung an Verunreinigungen und Unregelmäßigkeiten der Spiegel (Warren und Clarke [2], Guentert [3]) oder zusätzlich um Kantenstreuung an Blenden (Nigam [4]). Gegenüber den bisher benutzten Anordnungen zur Untersuchung der ASR, bei denen mit einem kollimierten Strahl gearbeitet wurde, bietet die Mikrofokus-Röntgenröhre zwei Vorteile: einmal wird bei allen Glanzwinkeln stets der Spiegel in seiner ganzen Länge mit Strahlung beaufschlagt, und zum anderen können Blenden, die Kantenstreuung mit möglicher nachfolgender Totalreflexion ergeben, vermieden werden. Im folgenden werden einige experimentelle Ergebnisse von Reflexionsmessungen mitgeteilt, und es wird diskutiert, wieweit sie mit den bisher versuchten Deutungen der ASR verträglich sind.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • K. Beck
    • 1
  • G. Kühnen
    • 1
  1. 1.Physikalisches InstitutUniversität WürzburgGermany

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