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Limmer

  • Georg Friedrich Louis Stromeyer

Zusammenfassung

Oieses kleine Schwefelbad, eine halbe Stunde von Hannoder entfernt, dessen Arzt mein Bater don 1800 bis zu seinem Ende war, spielt in meinen Jugenderinnerungen eine bedeutende Rolle, weil mein Bater mich sehr oft dahin mitnahm. Er war dann immer sehr guter Laune, Stadt und Geschäfte lagen für einige Stunden hinter ihm. Er hatte dietes kleine Bad zu großem Rufe gebracht, theils indem er, als ein vielbeschäftigter Arzt, dassetbe empfahl, theils durch passende Auswahl der Fälle, vorzüglich auch durch eine kräftige Qouche mittels einer Feuerspritze, welche er daselbst eingeführt hatte. Eine gute Douche, sagte er, muß für gewisse Jälle so stark sein, daß man den Leuten blaue Flecken damit machen kann. Hamburg und Bremen schickten damals viele Patienten nach Limmer, welche jetzt in andete Bäder gehen, weil gute Douchen jetzt iiberall zu haben sind. Mein Bater interessirte fich für jeden der Badegäste, reich oden arm; es wurden in Limmer viele Freibäder gegeben nud indalide Soldaten gebadet. Er zeigte mir manche davon, ich mußte dic fortschreitende Besserung beobachten. Glücklich geheilte ließen ihre Kriickcen zuriick, diese wurden mit Namen und Krankheit bezcichnet, aus dem Porsaale des Badehauses einige Iahre aus bewahrt, bis sie neuen Ankömmlingen Plaß machten. Sie erinnerten an die Potiv-Geschenke in katholischen Ländern, oft Nachbildungen des kranken Theils in Wachs odcr edlen Metallen. Philpp von Walther erzählte mir in München, daß er einer Tante einen silbernett Gatheter habe überlassen müssen, womit er ihr geholfen hatte, sie wollte dag zierliche silberne Instrument der Mutter Eottes dediciren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1977

Authors and Affiliations

  • Georg Friedrich Louis Stromeyer

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