Über den Entstehungsort der Hirnvenen- und Sinusthrombosen

  • H. Noetzel
  • F. Jerusalem
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 106)

Zusammenfassung

Der eindrucksvolle morphologische Befund einer thrombotischen Verlegung der Lichtung eines oder mehrerer Sinus gab wohl den Anlaß zu der vielfach vertretenen Ansicht, den Entstehungsort der Thrombose in den Sinus zu suchen. Nach eigenen Befunden und Angaben des Schrifttums kann dies für einen Teil der Fälle belegt werden. Derartige, die Gefäßlichtung verschließende Thromben in einem Sinus-abschnitt können, ohne daß klinisch faßbare Symptome bestanden, bekanntlich auch als Nebenbefund bei der Sektion beobachtet werden. Sofern der Thrombus im Sinus sich langsam entwickelt und auf den Sinus beschränkt bleibt, genügen anscheinend die zahlreichen kollateralen Venen des Gehirns und Venenverbindungen über die Emissarien zu den äußeren Schädelvenen oder über den Sinus occipitalis zu den spinalen Venen, um den Abfluß des Blutes zu garantieren. So erwähnt Vorpahl eine Beobachtung, wobei eine Verlegung bzw. Abbindung des Sinus sigmoideus der einen Seite und der Vena jugularis der anderen Seite ohne bleibende cerebrale Symptome überlebt wurde. Ähnliche Beobachtungen machten auch Sugarbaker und Wiley sowie Schweizer und Leak. Als Folge einer akuten ’Überlastung dieser Venen kam es vorübergehend wohl zu einer Hirndrucksteigerung mit Hirnödem und zum Stauungsödem des Gesichts, aber nicht zur Thrombosierung der Hirnvenen und nicht zu Parenchymschäden des Gehirns.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1965

Authors and Affiliations

  • H. Noetzel
  • F. Jerusalem

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