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Energiewirtschaftliche Grundlagen

  • Ingo Schmoranz
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 95)

Zusammenfassung

Die Behandlung energiewirtschaftlicher Fragen erfolgt auf zwei Ebenen; auf der ökonomischen Ebene, die Energie als ausschließlich ökonomisches Gut oder Dienstleistung versteht, und auf der physikalisch-technischen Ebene, die naturwissenschaftliche Gesetze in das Zentrum ihrer Aussagen rückt. Die aktuelle energiepolitische Diskussion und die steigende Bedeutung umwelt­relevanter Aspekte legen nahe, die isolierende Betrachtung zugunsten einer integrativen aufzugeben.

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Literatur

  1. 1.
    Die Thermodynamik ist jene Disziplin der Physik, die sich mit dem Verhalten von Systemen mit großer Teilchenzahl auseinandersetzt. Demgegenüber beschäftigt sich die klassische Mechanik mit den Bewegungsgesetzen einiger weniger Körper.Google Scholar
  2. 2.
    Im Systemkontext ist noch zwischen “innerer Energie” und “externer Energie” zu unterscheiden. Innere Energie ist die in einem adiabat geschlossenen System gespeicherte Arbeit oder Arbeitsfähigkeit. Externe Energie ist die von außen an das System herangetragene Energie. Ein System ist adiabat, wenn seine Systemtrennwände jeglichen Energieaustausch (z.B. in Form eines Temperaturausgleiches) zwischen diesem (Teil-) System und seiner Umwelt unterbinden. In der Realität sind adiabate Systeme niemals absolut, sondern bestenfalls in Annäherungen zu erreichen.Google Scholar
  3. 3.
    Die klassische Mechanik schließt reversible Prozesse nicht grundsätzlich aus. Die neoklassische Theorie, die von ihr starke Impulse bezog [GEORGESCU-ROEGEN (1976a) S. 40ff], war ursprünglich von der Vorstellung geprägt, daß ökonomische Prozesse ebenfalls reversibel verlaufen können. Diese Zirkularität ökonomischer Prozesse wurde erstmals von (Fortsetzung FN letzte Seite): KOOPMANS (1951) für lineare und von DEBREU (1959) für nicht lineare Technologien abschlägig beurteilt und damit eine Richtungsabhängigkeit ökonomischer Prozesse postuliert.Google Scholar
  4. 4.
    In bestimmten Fällen (Mobilität, Raumwärme in Mehrfamilienhäusern) böte sich eine erweiterte Grenzziehung an, die aus statistischen Gründen jedoch nicht zu realisieren ist.Google Scholar
  5. 5.
    So kann Kohle direkt fir die Heizung als auch indirekt über Wärmekraftwerke und Elektrizität Verwendung finden.Google Scholar
  6. 6.
    Ein Substitutionspotential ist “aktiv”,wenn ein Energieträger in einen bislang nicht zu­gänglichen Markt eindringt (z.B. elektrische Energie in den Teilmarkt Mobilität), es ist “passiv”, wenn neue Energieträger in einen von traditionellen Energieträgern bereits abge­steckten Teilmarkt wettbewerbsfähig werden.Google Scholar
  7. 7.
    So kann die hydraulische Stromerzeugung nach der Substitutionsmethode (I kWh = 1 1,7*10**6 ID oder nach der Äquivalenzmethode (1kWh = 4,5*1 0**6 .0 umgerechnet werden, während importierte, exportierte oder verbrauchte Energie mit 1kWh = 3,6*10**6 bewertet wirdGoogle Scholar
  8. 9.
    STREISSLER (1980) unterscheidet in seiner umfassenden Klassifikation absolute und re­lative Knappheit. Absolute, m.a.W. unüberwindbare Knappheit baut Entwicklungsschranken auf, während relative Knappheit Substitutionsprozesse oder einen Rückgriff auf qualitativ minderwertigere Güter zuläßt. Siehe auch BARNETT, MORSE (1963) und DALY (1974) . 1° HIRSCH (1976) klassifiziert Güter mit diesen Eigenschaften als “positionale” Güter, die die sozialen Grenzen des Wachstums markieren.Google Scholar
  9. 11.
    Siehe diesbezüglich die Ausfi9hrungen im 4.Kapitel.Google Scholar
  10. 12.
    Siehe den nachfolgenden Abschnitt 2.2.4.Google Scholar
  11. 13.
    Siehe DILNOT, HELM (1989), S. 60 ff.Google Scholar
  12. 14.
    Diesbezüglich HER MA.JESTY’S STATIONARY OFFICE (1988): Privatising Electricity, Lon­don und KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (1985): Vollendung des Bin­nenmarktes, Weißbuch der Kommission an den Europäischen Rat vom Juni 1985, Brüssel.Google Scholar
  13. 15.
    Eine darüber hinausreichende Konzeptionalisierung legte GÜNTHER (1980) vor. Dem‑ nach bestimmen physisch - technische Ahnlichkeit bzw. Produktverwandtschaft, Unter‑ nehmerverhalten und mögliche Substitutionsbeziehungen der Güter bzw. Produktionspro‑(Fortsetzung FN letzte Seite): zesse, Marktverhalten und Marktstruktur. Die Substitutionsbeziehungen unterliegen selbst wiederum objektiven und subjektiven Kriterien (funktionelle und reaktive Äquivalenz). Objektive Kriterien liegen vor, wenn aus funktioneller Sicht, also aus dem spezifischen Verwendungszweck heraus, eine Substituierbarkeit gegeben ist. In diesen technischen Randbedingungen sieht TEECE (1979) die entscheidenden Marktdeterminanten im Energiebereich. Subjektive Kriterien erfassen das Unternehmerverhalten, also den Versuch, den eigenen historisch gewachsenen Absatzmarkt gegen neue Marktteilnehmer abzuschirmen oder Marktsegmente in neuen Teilbereichen zu gewinnen. Die Elektrizitätswirtschaft und in geringerem Ausmaße die Gaswirtschaft verweisen in diesem Zusammenhang auf marktspezifische, also “natürliche” Marktgrenzen, die nur mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten verrückt werden können.Google Scholar
  14. 16.
    Siehe Figur 2.7.Google Scholar
  15. 17.
    Offene Märkte sind breiter abgegrenzt als “umkämpfte Märkte” [“contestable markets” -BAUMOL, PANZER, WTT.1MG (1982)], da sie die Existenz von “sunk costs” nicht ausschließen.Google Scholar
  16. 18.
    Nahezu alle ökonomischen oder ökonometrischen Studien unterstellen implizit die Existenz eines offenen Marktes, wenn sie real existierende Eintrittsbarrieren unberücksichtigt lassen. Tatsächlich kann nicht einmal der potentiell konkurrenzintensivste Wärmemarkt als offener Markt bezeichnet werden.Google Scholar
  17. 19.
    Diese äußern sich u.a. in asymmetrischen Verhaltensmustem. WIRL (1988b) hat sie mit Irreversibilitäten des technischen Fortschritts, Preiserwartungen, Transaktionskosten und asymmetrischen Ersatz-investitionen begründet. GILL, MADDALA (1978) haben ein Modell zur empirischen Messung dieser Asymmetrie vorgeschlagen, mit ihm aber keinen signifikanten Nachweis der Asymmetrie geliefert. Desgleichen SCHMORANZ (1982), der Die empirische Umsetzung ökonomischer Theorien bzw. Konzepte erfordert eine vollständige und in sich konsistente Erfassung der dem System bzw. eines Teilbereiches dieses Systems zuzuordnenden Bestands-oder Strom­größen. Theorie und Erfassung bzw. Eingrenzung des Untersuchungsobjektes sind dabei gegenseitig abhängig. “ theory derives its concepts from the observational technique, and in turn theory influences the observational technique” [FRISCH (1981)]. Der Methodenwandel in der Energieanalyse liefert hiefür ein anschauliches Beispiel.Google Scholar
  18. 20.
    Outputenergie wurde u.a. von GRIFFIN (1979) herangezogen. BERNDT, WATKINS (1986) ziehen hingegen Inputenergie als erklärende Größe vor. “The use of output Btus has a certain appeal because what end-users are ultimately interested in is the quantity of Btus coming out of a furnace, not the quantity of Btus entering it. We argue that this apparent preferences for using the output Btu measure is specious: Rather for most purposes, energy demand modeling should focus on input rather than output Btus.” [BERNDT, WATKINS (1986), S. 71]. Zu den weiteren Studien, die Inputenergie als erklärende Variable einsetzen, zählen die Arbeiten von BAUGHMAM, JOSKOW (1974), HUDSON, JORGENSON (1974) und PINDYCK (1979a).Google Scholar
  19. 22.
    Nutzene ie - im Verständnis des OSTAT - ist jene “ ... Energiewandlungsform, in der die Energie im Endverbrauch technisch angewendet wird oder - mit anderen Worten - im Gegensat zur Rohenergie ist die Nutzenergie jene Energie, mit der der Mensch auf die Natur einwirkt” 1(®STAT (1986), S.10].23 Dieses Modell wurde von PRESTON (1972, 1975) im Rahmen des Wharton-Modells eingesetzt und von SCI-[ MORANZ (1983) für Österreich adaptiert.Google Scholar
  20. 24.
    Im Gegensatz hiezu führen REARDON (1973), FLASCHEL (1982) und CASLER, WILBUR (1984) eine Verknüpfung auf der Ebene der Energieträger durch. Eine Analyse, die sich auf die Nutzenergie bezieht, ist dem Verfasser dieser Arbeit nicht bekannt.Google Scholar
  21. 27.
    Diese Formulierung wählten u.a. LAGER, MUSIL, SKOLKA (1983)Google Scholar
  22. 28.
    In der Praxis handelt es sich zumeist um qualitativ unterschiedliche Energieträger, die durch den gewählten Aggregationsmodus vereinheitlicht werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Ingo Schmoranz
    • 1
  1. 1.GießhüblÖsterreich

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