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Depression pp 16-31 | Cite as

Die typische Depression

  • Manfred Wolfersdorf

Zusammenfassung

Depressiv kranke Menschen leiden unter vielfältigen Beschwerden, die sie dem Partner, den Angehörigen, dem Arzt in Unruhe und Getriebenheit klagen, oder die erfragt werden müssen, da die Kranken in ihrer depressiven Hemmung eher schweigsam, zurückhaltend, zurückgezogen geworden sind und sich in ihrem Leid unwichtig, ja überflüssig und nicht des Ansprechens wert fühlen. Nur bei einem Teil der Patienten kommt die Depression in Haltung, Bewegung und Aussehen gegenüber anderen zum Ausdruck und kann so erkannt werden. Viele depressiv Kranke, vor allem im mittleren und jüngeren Lebensalter, wirken zwar etwas erschöpft oder unruhig-ängstlich, machen aber nicht den Eindruck eines kranken Menschen. »Man sieht mir nicht an, wie es in mir aussieht«, klagen manche Depressive und wünschen sich lieber ein gebrochenes Bein, denn dieses könne man eingipsen, und die Leistungsunfähigkeit, die Kraftlosigkeit, die rasche Erschöpfbarkeit wären erklärbar. »Es kann Dir doch nichts fehlen, Du siehst doch so gut aus«; solche Äußerungen hören Depressive häufig von ihrer Umwelt, wenn diese sich nicht die Mühe macht, nachzufragen und zu versuchen, sich einzufühlen und zu verstehen, was im depressiv kranken Menschen vor sich geht. »Das kannst Du doch schaffen, das muß doch gehen, so gesund, wie Du aussiehst«, so äußert sich Verständnislosigkeit gegenüber dem depressiv kranken Menschen.

Fig1

Das Ich in der melancholischen Dunkelheit.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Manfred Wolfersdorf

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