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Einführung: Depression — eine seelische Krankheit

  • Manfred Wolfersdorf

Zusammenfassung

Bis heute ist umstritten, ob psychische Krankheiten und psychische Störungen einfach Abweichungen, sozusagen »etwas mehr« von z. B. Traurigkeit sind oder ob es einen qualitativen Sprung gibt, der normales psychisches Erleben von psychischer Krankheit trennt. In der Tat scheint es Übergangsformen von der Trauer über die Depressivität bis zur Depression zu geben. In Äußerungen von Betroffenen wie: »Es wurde immer mehr, es kam zuviel zusammen, es wurde mir zuviel, ich habe es dann einfach nicht mehr ausgehalten, ich habe mich so hineingesteigert«, u. ä. kommt dies zum Ausdruck. Häufiger, und insbesondere in der schweren Depression werden jedoch unterschiedliche Empfindungen beschrieben. Auch das obige Gedicht verdeutlicht das Umfassende einer Depression, die keine Blinddarmentzündung, die operiert werden kann, kein gebrochener Arm, der eingegipst oder geschient wird, und auch keine Schnittverletzung ist, die genäht oder mit einem Pflaster geklebt werden kann. Eine Depression umfaßt, beeinträchtigt, ja bedroht den gesamten Menschen in seinem körperlichen Empfinden, seinem Denken, seiner Gestimmtheit, in seinen Gefühlen und seinen Bezügen zur eigenen Person, zum Umfeld, zur Zukunft.

Fig1

Stürmisches Chaos zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Klinik.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Manfred Wolfersdorf

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