Advertisement

Was versteht man unter einer Spitzenumkehrtachykardie?

  • Fred Sesto

Zusammenfassung

Spitzenumkehrtachykardie (Synonyme: Umkehrtachykardie, chaotische Tachykardie) ist die deutsche Bezeichnung für die von Desertenne 1966 beschriebene und als „torsades de pointes“ benannte besondere Form einer ventrikulären Tachykardie, deren EKG-Bild durch wechselartige Undulationen der QRS-Vektoren um die isoelektrische Linie mit breiten QRS-Komplexen gekennzeichnet ist (Abb. 21). Als Einleitungssymptom des Anfalls erscheint eine „seltsame Bigeminie“ mit langer Ver-kopplungszeit [30,92]. Die Kammerextrasystolen beginnen aus der U-Welle, bevor noch die isoelektrische Linie erreicht ist (R-auf U-Erscheinung). Schließlich löst eine Extrasystole eine Reihe von QRS-Komplexen mit verschiedenen Richtungen und Formen aus. Die R-Ausschläge machen nach 5-10 Aktionen eine Torsionsbewegung um die Grundlinie, und der Gipfel des QRS-Komplexes richtet sich bald abwärts, bald aufwärts. Daher kommt der Name „torsades de pointes“, was „schlängelnde Stacheln“ bedeutet. Der Anfall endet zumeist spontan (der Grundrhythmus kehrt zurück), rezidiviert jedoch rasch [92].

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • Fred Sesto
    • 1
  1. 1.Mannheim 1Deutschland

Personalised recommendations