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Sind Wiedereintrittsmechanismen auch in anderen Strukturen bekannt, in denen bioelektrische Vorgänge ablaufen und welche Bedingungen sind für das Entstehen einer kreisenden Erregung erforderlich?

  • Fred Sesto

Zusammenfassung

Vergleichbare Störungen der Erregung in anderen Strukturen, wie z. B. im Skelettmuskel, sind nicht bekannt. Die Voraussetzung für den Wiedereintritt bzw. für das Kreisen der Erregung ist in der Struktur des Herzmuskels gegeben, da beim Herzmuskel die Zellen untereinander netzförmig verknüpft sind, so daß sich die Erregung von Zelle zu Zelle fortpflanzen und die Zellgrenzen ohne nennenswerte Verzögerung überspringen kann. Wegen der netzartigen Struktur können Erregungswellen nach Durchlaufen einer gewissen Wegstrecke zu ihrem Ausgangspunkt zurückfinden, diesen wieder erregen und erneut in die gleiche oder eine andere Bahn eintreten. Hierzu sind jedoch folgende Bedingungen erforderlich: 1. Die Erregungswelle muß kürzer als die Wegstrecke sein, denn eine Erregungswelle, die bei ihrer Ausbreitung auf noch voll erregtes Gewebe trifft, erlischt. Das bedeutet, daß zwischen der Front der Erregungswelle und ihrem Ende ein erregbarer Abschnitt, d. h. eine „erregbare Lücke“ vorliegen muß. Die 2. Bedingung für den Wiedereintritt ist eine unidirektionale Leitung, d. h. die Erregungswelle muß beim Eintreten in die Verzweigung nur einen Schenkel be-treten, anderenfalls treffen die Fronten der sich aufzweigenden Welle anschließend wieder aufeinander und löschen sich gegenseitig aus. Ist jedoch die einsinnige Leitung einmal erfolgt, so läuft der Wiedereintritt und damit das Fortbestehen einer kreisenden Erregung automatisch weiter [4].

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • Fred Sesto
    • 1
  1. 1.Mannheim 1Deutschland

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