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Die anarchistische Erkenntnistheorie von FEYERABEND

  • A. F. Chalmers

Zusammenfassung

Einen der provozierendsten und herausfordernsten Ansätze der zeitgenössischen Wissenschaftstheorie lieferte Paul Feyerabend in seiner eigenwilligen und ganz besonderen Art. Eine Betrachtung des Wesens der Wissenschaft und ihres Status würde unvollständig sein, ohne diesen Ansatz in Betracht zu ziehen. In diesem Kapitel sollen die Hauptzüge der Position von Feyerabend zusammengefaßt und bewertet werden. Wir orientieren uns dabei v.a. an der Darstellung in Wider den Methodenzwang (Feyerabend, 1976a, 1983).

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Referenzen

  1. 1.
    Der Ausdruck “ Crank” laß t sich kaum ins Deutsche ü bersetzen. Er umfaß t rabiate Weltverbesserer, unbeeinfluß bare Verteidiger seltsamer Ideen, fast schon religiö s angehauchte Prediger von barem Unsinn, Verrü ckte, Vernü nftige mit groß en blinden Flecken, arm im Geiste, einfluß reiche Scharlatane” (FEYERABEND, 1978b, S.102, Anm. 49). Der Ausdruck bleibt deshalb hier unubersetzt stehen. (Anm. d. Hrsg.)Google Scholar
  2. 2.
    FEYERABEND ist nicht immer sehr glü cklich mit den Kritikern, die ihm unterstellen, daß er noch immer zu dem steht, was er in der Vergangenheit verfaß t hat (vgl. Wider den Methodenzwang, 1976a, S.187). Wir wollen uns hier nicht so sehr darum kü mmern, ob FEYERABEND selbst noch immer hinter dem Inhalt der zitierten Passage steht oder nicht. Abgesehen von einigen Zweifeln bezü glich der individualistischen Ausrichtung der Passage unterstutze ich sie natü rlich, und, was entscheidender ist, keines der Argumente aus Wider den Methodenzwang widerspricht den Aussagen dieser Passage.Google Scholar
  3. 3.
    FEYERABEND diskutiert die Beziehung zwischen seiner eigenen Position hinsichtlich des Inkommensurabilitatsbegriffes und der von KUHN in “ Changing Patterns of Reconstruction” (1977, 6. Abschnitt). Eine weitere Quelle fü r FEYERABENDs Sichtweise der Inkommensurabilitat ist das 17. Kapitel von Wider den Methodenzwang (1983).Google Scholar
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    Der Ansatz des Realismus wird im folgenden Kapitel diskutiert.Google Scholar
  5. 5.
    Wenn jemand als Antwort auf diese Art von Kritik behauptet, daß es ihm nichts ausmachen wurde, daß seine Prä ferenzen inkonsistent sind und darü berhinaus auch keine Antwort auf die gä ngigen Einwä nde gegen lnkonsistenz liefert, dann sehe ich selbst keinen Grund, warum man diese Auffassung ernst nehmen sollte. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an FEYERABENDs Unterscheidung zwischen “ Cranks” und “ respektablen” Denkern.Google Scholar
  6. 6.
    Obwohl FEYERABEND dieses Theorienpaar nicht in seiner Liste der Beispiele fü r inkommensurable Theorien anfuhrt, scheint er davon auszugehen, daß es im Hinblick auf die Tatsache, daß die Theorie von LORENTZ die klassische Mechanik sowie das klassische Konzept von Raum, Zeit und Masse einschließ t, doch dazugehö rt.Google Scholar
  7. 7.
    FEYERABENDs Idealvorstellungen einer freien Gesellschaft werden in Wider den Methodenzwang angesprochen, ausfü hrlicher jedoch in Erkenntnis fü r freie Menschen (1980) entwickelt.Google Scholar
  8. 8.
    Die in diesem Abschnitt kritisierte Ansicht findet sich in J. LOCKE: “ Ein Essay ü ber den wahren Ursprung, die Reichweite und den Zweck einer bü rger-lichen Regierung” (LOCKE, 1967, S.197–366).Google Scholar
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    LUIS ALTHUSSER zieht eine sinnvolle Analogie zwischen maschineller Produktion und anderen Formen der Produktion, wie der Produktion von Erkenntnis und des sozialen Wandels. Siehe insbesondere Kapitel 6 in Fur Marx (1968).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • A. F. Chalmers

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