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Währungsbeziehungen und Gleichgewichtstheorie

  • Henry Schäfer
Chapter
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Part of the Studies in Contemporary Economics book series (CONTEMPORARY)

Zusammenfassung

Traditionell dominiert in Lehre und Forschung zu Fragestellungen im außenbzw. weltwirtschaftlichen Rahmen die Separation in eine Währungstheorie (monetäre Außenwirtschaftstheorie) und eine Außenhandelstheorie (reale Außenwirtschaftstheorie). Domäne der vorwiegend totalanalytisch (im makroökonomischen Sinn) angelegten monetären Außenwirtschaftstheorie bildet das Studium von Themen aus dem Bereich der Zahlungsbilanzanpassung und der Wechselkursbestimmung. Die partialanalytische (mikroökonomisch orientierte) reale Außenwirtschaftstheorie widmet sich primär der Analyse von Handels- und Faktorströmen (mit ihren Folgen für die Güter- und Faktorpreisbildung), der Allokation von Ressourcen, der Einkommensverteilung und der Wohlfahrtsökonomik. Entsprechend dieser Aufgabenteilung in der Erforschung außenwirtschaftlicher Zusammenhänge und Prozesse erfolgt die traditionelle Bearbeitung von Problemen des Weltwährungssystems innerhalb der wissenschaftlichen Referenzmodelle der monetären Außenwirtschaft. Die reale Außenwirtschaftstheorie wird ausschließlich am Rande konsultiert.l)

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Literatur

  1. 1).
    So begnügt man sich in der Regel mit dem Hinweis, die Ausgestaltung des Weltwährungssystems soll zur reibungslosen Entfaltung der zwischenstaatlichen Handelsströme beitragen. Auf diese Weise soll die Realisierung der in der realen Außenwirtschaftstheorie abgeleiteten internationalen Wohlfahrtsgewinne durch Außenhandel gegenüber dem Autarkiezustand ermöglicht werden.Google Scholar
  2. 2).
    Die Unterscheidung von quantitativer und qualitativer Dichotomie geht auf SAMUELSON zurück (vgl. SAMUELSON 1968: 3).Google Scholar
  3. 3).
    Die Klassifikation der monetaristischen Schule in Mark I und II geht zurück auf TOBIN (vgl. TOBIN 1981: 35). Zur detaillierten Erläuterung vgl. Abschnitt 5. 1.Google Scholar
  4. 4).
    NIEHANS verweist darauf, daß strenggenommen die These der Neutralität des Geldes nicht für Warengeld gilt, da dieses in seiner Eigenschaft als Gut einen relativen Preis zu anderen nicht-monetären Gütern aufgrund seiner produktionstheoretischen Eigenschaften hat (vgl. NIEHANS 1980: 20–21).Google Scholar
  5. 5).
    Die analytische Problematik verbunden mit der Komplexität. der Interaktion und der Interdependenz aller Teile eines ökonomischen Gesamtsystems. hat in der Wirtschaftswissenschaft unter der Bezeichnung “COURNOT-Problem” Eingang gefunden (vgl. HOOVER 1984: 64–65). Innerhalb der methodischen Approximation wirtschaftlicher Prozesse bieten sich in der quantitativen Dichotomie zwei Vorgehensweisen an. Es handelt sich um die klassische im Gegensatz zur keynesianischen Dichotomie: “(1) We may first analyse real and monetary phenomena separately and then qualify this between the two phenomena. (2) We may first analyse interactions between monetary and real phenomena and then qualify this Ke-ynesian ‘first approximation’ by a consideration of the neglected interactions within each of the spheres of monetary and of real phenomena ” (CODDINGTON 1983: 20).Google Scholar
  6. 6).
    Neutral ist (…) das Geld dann, und nur dann, wenn sämtliche Vorgänge in der Geldwirtschaft dem Idealtypus einer reinen Tauschwirtschaft nach den Gesetzen der Gleichgewichtstheorien entsprechen“ (KOOPMANS 1933: 228). Oder in den Worten HAYEKs: ”(…) money exists to facilitate exchange, but exercises no determining influence on the course of things, or, in other words, remains neutral (…)“ (HAYEK 1935: 145). Die Neutralität des Geldes ist in zweierlei Ausprägung zu verstehen: (i) Wirtschaftstheoretisch. Geld als ”Schleier“, der über die reale ökonomische Struktur eines ökonomischen Systems gezogen wird, ohne daß sich die realen Variablen ändern (entspricht der Analogie zur quantitâtiven Dichotomie und basiert auf den skizzierten Vorstellungen HAYEKs und KOOPMANs); (ii) Wirtschaftspolitisch. Geldpolitik kontrolliert die Geldmenge dergestalt, daß die reale Struktur des Systems ungestört bleibt. Nicht-neutrales Geld nach (ii) leitet über zur geldtheoretischen Begründung von Konjunkturschwankungen, die wiederum in zwei Versionen existiert (vgl. ASCHHEIM 1973): (iia) Ältere mane tare Konjunkturtheorie (WICKSELL, MISES, HAYEK), nach der die Veränderung des Geldangebotes zu Veränderungen des realen Outputs führt und die industrielle Produktionsstrukturen verändert; (iib) Neuere monetäre Konjunkturtheorie (WALLACE, LUCAS), die die These der rationalen Erwartungsbildung in die Reaktion der Agenten auf geldpolitische Störungen integriert und Konjunkturschwankungen als Ausdruck einer ”Einhol-Jagd“ privatwirtschaftlichen Verhaltens auf monetäre Schocks der Zentralbank beschreibt. VEIT bringt seine Kritik über die Eignung der Neutralitätsthese für eine praktische Wirtschaftspolitik zum Ausdruck. indem er bemerkt: ”Zwar ist der Neutralitätsbegriff brauchbar für theoretische Überlegungen; praktisch ist jedoch Neutralität des Geldes eine Utopie“ (VEIT 1948: 45). Die Analyse der Weltwährungsbeziehungen wird diese Kritik berücksichtigen.Google Scholar
  7. 7).
    Since this economy is a highly special barter economy which presupposes the existence of a trading post or a central clearing institution and is not that of a primitive isolated barter, it may be wise to avoid the use of the word barter economy“ (NEGISHI 1972: 248, Fn. 5).Google Scholar
  8. 8).
    A general equilibrium theory is a theory about both the quantities and the prices of all commodities“ (ARROW/HAHN 1983: 2). Die walrasianische Tradition des nachfolgenden Modells zeigt sich u.a. darin, daß keine Trennung einzelner Einflußgrößen (im marshallianischen Sinn) vorgenommen wird. Die Analyse ermöglicht keine empirische Überprüfung oder Umsetzung. In diesem Sinne folgt das Modell FRIEDMANs Charakterisierung der Methode von WALRAS: ”His problem is the problem of form, not of (empirical. Anm. d. Verf., H.Sch.) content: of displaying an idealized picture of the economic system, not of constructing an engine for analysing concrete problems“ (FRIEDMAN. 1955: 904).Google Scholar
  9. 9).
    Die verfeinerte, rigorose Reformulierung des Ansatzes von WALRAS durch DEBREU beruht auf der Annahme einer reinen Tauschwirtschaft: “No theory of money is offered here, and it is assumed that the economy works without the help of a good serving as a medium of exchange” (DEBREU 1959: 28). WALRAS’ Analyse berücksichtigte dagegen Geld in den Nutzenfunktionen der Agenten (vgl. WALRAS 1926: 300 ).Google Scholar
  10. 10).
    Die Verwendung von walrasianischen Gleichgewichtsmodellen zur Analyse außenwirtschaftlicher Fragestellungen erfolgte erstmals durch YNTEMA (1932) und wurde von MOSAK (1944) verfeinert. Weitere Arbeiten wurden von HAHN (1958/1959) und KEMP (1982) vorgelegt. MEINICH (1971) entwickelte Anfang der 70er Jahre auf der Grundlage von PATINKIN (1985) ein walrasianisches monetäres Gleichgewichtsmodell einer Weltwirtschaft. Er integrierte Geldbestände aus unterschiedlichen Währungsgebieten in die Nutzenfunktionen der Agenten. DORNBUSCH (1973a) integrierte makroökonomische Elemente von PATINKIN in absorptionstheoretische Zahlungsbilanz- und Wechselkursmodelle. In jüngster Zeit wurde von STOCKMAN (1980) ein neoklassisches Wechselkursmodell vorgelegt, das in der Tradition der zuvor genannten Beiträge steht und zusätzlich den Elastizitäts-Ansatz desGoogle Scholar
  11. 11).
    So ist denkbar, daß die Ökonomie während des Zeitintervalls [O, T+1[existiert, das in Teilintervalle [t,t mit t = 1… T zerlegt ist. Ein Konsum zum Zeitpunkt t bezeichnet die Realisierung des Konsumplans eines Agenten, den er für jedes Teilintervall erstellt hat. Die für den geplanten Konsum erforderlichen Güter sollen am Anfangszeitpunkt t des Teilintervalls [t,t+1[verfügbar sein.Google Scholar
  12. 12).
    The numeraire is not money, it is not even a partial money; it is not even assumed that it is used by the traders themselves as a unit of account. It is not more than a unit of account which the observing economist is using for his own purpose of explanating himself, what the traders are doing“ (HICKS 1967: 3).Google Scholar
  13. 13).
    An dieser Stelle ist eine wichtige Unterscheidung zwischen der Überschußnachfrage (d #s) und der Übernachfrage (d s) zu treffen. Eine positive Überschulinachfrage bedeutet eine Übernachfrage; wogegen eine negative Überschußnachfrage ein Überangebot darstellt (vgl. HERBERG 1975: 582, Fn. 25).Google Scholar
  14. 14).
    Hence we can say that the existence of Say’s law implies the existence of a barter economy. Conversely, the existence of a barter economy implies the existence of Say’s Identity. For in such an economy it is physically ‘impossible to ’sell’ one commodity or bond without restraint“ (PATINKIN 1965: 194 und 481–83).Google Scholar
  15. 15).
    Eine formale Ableitung findet sich u.a. in RICHTER/SCHLIEPER/FRIEDMAN (1981: 134–35).Google Scholar
  16. 16).
    Referenzrahmen der hier durchgeführten Modellanalyse ist weiterhin die “nonmonetary-economy”. Die Annahme eines einheitlichen Weltmarktpreises basiert auf bestimmten produktionstheoretischen Annahmen. Zum einen soll das HECKSCHER-OHLINTheorem (intranationale Mobilität und internationale Immobilität der Faktoren) gelten. Aufgrund der angenommenen Gültigkeit des Faktorpreisausgleichstheorems nach STOLPER/SAMUELSON komme es zu einer Angleichung der relativen Grenzproduktivitäten der Faktoren in allen Währungsgebieten. Sofern die Faktorentlohnungen den marginalen Produktivitäten der Faktoren entsprechen, bewegen sich im Gleichgewicht die Einkünfte der Faktoren und die Güterpreise in allen Währungsgebieten international auf die gleichen Werte zu. Zur Gültigkeit des Theorems ist die restriktive Annahme in allen Währungsgebieten identischer linear-homogener Produktionsfunktionen notwendig (vgl. auch JONES/ NEARY 1984: 15–19).Google Scholar
  17. 17).
    Implizit ist unterstellt, daß die Zahlungsbilanzen der Währungsgebiete in ihrer Anpassung an ein neues Gleichgewicht der MARSHALL-LERNER-Bedingung folgen. Demnach gilt für die Zahlungsbilanzanpassung eines jeden Währungsgebietes j: (1.4.a) 7) sI + I77r“ 1 (vgl. KEMP 1982: 315–18). Die Größe 7) bezeichnet die Nachfrageelastizitäten.Google Scholar
  18. 18).
    Die Bestimmung des internationalen Tauschgleichgewichts erfolgt hier–wie in jedem walrasianischen Modell–mittels der Hilfskonstruktion des Auktionators und des Prozesses des tatonnements (zu diesem Prozeß vgl. MORISHIMA 1980: 13). Der Auktionator und der tatonnement-Prozeß sichern die Stabilität des Gleichgewichts. Eine nähere Analyse der Stabilitätsbedingungen wird in diesem Kapitel nicht vorgenommen. Eine Übersicht zu diesen Bedingungen und ihren Beziehungen zum tatonnement-Prozeß findet sich u.a. in FISHER ( 1983: 19–27 ).Google Scholar
  19. 19).
    Die Definition der Quantitâtsgleichung, wie sie im walrasianischen Gleichgewichtsmodell angewendet wird, unterscheidet sich von der Version FRIEDMANs (vgl. hierzu MODIGLIANI 1963: 83, Fn. 4 und FRIEDMAN 1969: 94–107). Gleichung (1.7) ließe sich ebenso in der Version der CAMBRIDGE-Gleichung schreiben. Vj ist durch den Kassenhaltungskoetflzienten kj = 1/ Vj zu ersetzen (vgl. TIMBERLAKE 1984: 382, Fn. 3). DORNBUSCH entwickelte ein makroökonomisches Außenhandelsmodell, in dem statt V der Kassenhaltungskoeffizient verwendet wird (vgl. DORNBUSCH 1973b: 895 ).Google Scholar
  20. 20).
    Währung wird hier im Sinne des Geldstoffe eines Währungsgebietes und nicht des jeweils dort herrschenden Währungssystems verstanden. Implizit ist damit die Vorstellung verbunden. in jedem Währungsgebiet werde ein anderes Gut als Geld gewählt. Eine nähere Spezifikation des Geldangebotsprozesses und der nationalen Geld-bzw. Währungssysteme wird üblicherweise in den walrasianischen Totalmodellen unterlassen.Google Scholar
  21. 21).
    Money is then a veil. All goods are given in terms of money. All real variables, such as allocation (…), output of goods and the relative prices of goods are, however, actually determined in a moneyless real system and are therefore independent of the level of absolute prices “ (NEGISHI 1979: 19 ).Google Scholar
  22. 23).
    Grundlage der PATINKINsehen Geldnachfrage ist die Vorstellung eines Wirtschaftsablaufs nach der HICKSohen Methode des temporären Gleichgewichts. Im ersten Abschnitt einer Periode t (z.B. Montag einer Woche) werden Kontrakte über Gütertransaktionen geschlossen. Die Zahlungen werden im Anschluß an diesen Abschnitt an zufälligen Terminen nach Vertragsabschluß vorgenommen. Jeder Agent geht mit dem Kassenendbestand der vergangenen in die neue Periode. Darin zeigt sich, daß nur in der Funktion als Wertaufbewahrungsmittel positive Geldbestände am Ende einer Periode vorhanden sein können. Da Geld diese Funktionen in der klassischen Theorie nicht besaß, war ihm kein positiver Nutzen zuzuordnen (vgl. PATINKIN 1965: 25 ).Google Scholar
  23. 24).
    In den Nachfragefunktionen wurden die individuellen Geldbestände durch Mj, d.h. durch die Summe der individuellen Bestände, ersetzt. Dieser Übergang zu einem Geldaggregat in den individuellen Funktionen ist nur zulässig, wenn die Verteilung der Geldbestände unter den Agenten nicht deren gesamte Nachfrage nach einzelnen Gütern verändert. Ohne diese restriktive Annahme entstehen im Modell Schwierigkeiten, z.B. bezüglich der Stabilität des Gleichgewichts (vgl. auch MODIGLIANI 1963: 84 und HANSEN 1982: 80–81, Fn. 2).Google Scholar
  24. 25).
    Es gilt nach wie vor die Annahme einheitlicher Weltmarktpreise für die gehandelten Güter. Die Wechselkurse werden in Form von cross-rates ausgedrückt. Die Rolle des Weltwährungsnuméraires wird von der Währung des Währungsgebietes m übernommen.Google Scholar
  25. 26).
    Dies impliziert ein ständig ausgeglichenes Staatsbudget (B = T).Google Scholar
  26. 27).
    Durch die Annahme frei schwankender Wechselkurse kommt es zu diesem einheitlichen Zinssatz. NIEHANS hat dagegen kürzlich ein Modell vorgelegt, in dem es nur ein international gehandeltes Gut gibt, zu dem ein einheitliches Weltmarktpreisniveau existiert. Damit sind auch die Wechselkurse entsprechend der Theorie der Kaufkraftparitäten fixiert. Flexibel sind die Zinssätze für (ebenfalls staatlich emittierte) consols (vgl. NIEHANS 1986 ). Das vorliegende Modell dieser Arbeit kann daher als ein Ansatz gesehen werden, das NIEHANS-Modell im Rahmen flexibler (fixer) zwischenstaatlicher Wechselkurse (Zinssätze) zu entwickeln.Google Scholar
  27. 28).
    In den individuellen Nachfragefunktionen treten die Wertpapierbestände ebenfalls wie die Geldbestände als Summe der individuellen Bestände auf. Von Verteilungswirkungen wird abstrahiert.Google Scholar
  28. 31).
    Eine entsprechende Beweisführung findet sich für den Fall bijektiver Geldhaltung ohne Wertpapierbestände in MEINICH (1971: 96–103).Google Scholar
  29. 32).
    Den Einbau des real-balance effects als zentrale Komponente der Anpassung der Zahlungsbilanz in Reaktion auf eine Wechselkursvariation (bei unterstellten fixen Paritäten) erfolgte erstmals durch MICHAELY (1984 Analyserahmen seiner Arbeit bildete ein absorptionstheoretisches Modell.Google Scholar
  30. 33).
    Das vorliegende Modell ermöglicht die Einführung fixer Paritäten. Die Annahme fixer Wechselkurse bedeutet, daß die m —1 Austauschverhältnisse der Währungen der j Währungsgebiete exogen bestimmt werden. Dies kann z.B. mittels der Zwischenschaltung eines “Exchange Stabilization Fund” im Sinne KEMPs erfolgen (vgl. KEMP 1964: 312). Der Fonds besorgt für jede Währung den Ausgleich der gesamten Nachfrage und des gesamten Angebots. Die Funktionsweise dieses Systems erfordert die Existenz von Währungsreserven, die dem Fonds als Handlungsinstrument zur Verfügung stehen. Aussagen über das gesamte Modell können nur unter Berücksichtigung der Geldpolitik in den einzelnen Währungsgebieten gemacht werden. Die Gleichgewichtsbedingung (1.15) für die Zahlungsbilanzen der j Währungsgebiete ist überflüssig geworden. Betrachtet man den realitätsnäheren Fall, indem die nationalen Währungsbehörden die Wechselkurse fixieren und entsprechend ausländische Währung kaufen (verkaufen), so steigt (sinkt) die Geldmenge des jeweils betrachteten Währungsgebietes. Es ergeben sich langfristig Folgen für die nationalen Zahlungsbilanzen. Sie entwickeln sich umso unterschiedlicher in den einzelnen Währungsgebieten, je abweichender die nationalen Geldpolitiken verlaufen. Der Fall fixer Wechselkurse wird nicht weiter erörtert.Google Scholar
  31. 34).
    So kann sich die Geldnachfrage z.B. aufgrund einer Erhöhung der Geldpreise um 0 absoluten Preise erhöhen. Entsprechend P um der nominalen Geldnachfragefunktion eines Währungsgebietes gilt n — E pixi + M + B und nach der Erhöhung der i=1 Opixi + di + A. wodurch das Preisniveau um 0 erhöht i=1 wurde. Die nominale Geldmenge ist konstant geblieben. Das gesamte System ist aufgrund der Erhöhung der Geldpreise und der reduzierten Vermögensbestände (i=1 W I W = ©Pm = — E` 0pixi + M + B ins Ungleichgewicht geraten. Im monetären Bereich lnr entstand eine Übernachfrage nach Geld, die im realen Bereich ein Überangebot an Gütern erzeugte. Die Separation des monetären vom realen Bereich ist durchbrochen. Das Geld ist weiterhin neutral, da alle relativen Preise unverändert bieibeh (vv. auch iMODIGLiANT 1963:’67).Google Scholar
  32. 35).
    Zur Verdeutlichung sei eine Variation von B und M in einer ainzelnsn.ge.¢chlassRnen.. Wirtschaft betrachtet. Bei Erhöhung um 0 werden die vorherigen Gleichgewichtswerte p, 0 ß, r im neuen Gleichgewicht die Werte Opi, OP, r annehmen. Dadurch wird angezeigt, daß alle realen Angebots- und Nachfragegrößen unverändert geblieben sind. Alle Effekte von 0 B und 0 M blieben rein monetärer Art, wodurch die Neutralität des Geldes erhalten ist.Google Scholar
  33. 36).
    Die Geldnachfragefunktionen der m Währungsgebiete sind homogen vom Grade eins in allen absoluten Preisen, der Menge der Wertpapiere und der Geldmenge. Für Währungsgebiet nominale genannten Homogenitätseigenschaften aufweist.Google Scholar
  34. 37).
    Innerhalb der Nutzenfunktion der Agenten eines Währungsgebietes m ist die Grenzrate der Substitution zwischen in- und ausländischem Geld und Wertpapieren wegen der Konstanz des Zinssatzes gleichgeblieben (vgl. auch Gleichung (1.30)).Google Scholar
  35. 38).
    Zahlungsbilanzgleichgewicht wird hier im Sinne des Konzepts der “market-balance” verstanden. Ihr liegt ein Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt zugrunde (vgl. TIEDTKE 1974: 60). Da die gesamte Analyse bisher monetäre zwischenstaatliche Prozesse für die Erhaltung des gesamten Weltgleichgewichts betont, wäre das Zahlungsbilanzgleichgewicht konsistent mit der Einführung einer “balance in the money account” erfaßt (vgl. hierzu KEMP 1975: 21–23).Google Scholar
  36. 39).
    Der Zahlungsbilanzausgleich folgt einem simplifizierten Anpassungsprozeß, wie er von der monetären Zahlungsbilanztheorie beschrieben wird (vgl. hierzu WHITMAN 1978: 425–28). Die Gleichgewichtsbedingung des monetären Ansatzes besteht aus “(…) the requirement that the demand for the stock of each national money must equal the stock of that money available to be held” (MUSSA 1977: 102). Wie in dem Beispiel zum Welt-Modell angenommen, führt ein Geldangebotsüberschuß in einem Währungsgebiet zur Abwertung dessen Währung (Passivierung der Devisenbilanz). Dieser Zahlungsbilanzüberschuß wird so wertmäßig wieder ausgeglichen, woraus folgt: “ (…) the ultimate effect of a monetary expansion is an equiproportional increase in prices and the exchange rate” (DORNBUSCH 1976b: 1171).Google Scholar
  37. 40).
    Neoklassisch orientierte Modelle des zwischenstaatlichen Zahlungsmechanismus (zwecks Ausgleich von ungleichgewichtigen Zahlungsbilanzen) unterstellen folgende Form einer (aggregierten) Ausgabenfunktion: Die nominalen Ausgaben ändern sich in Relation zum realen Einkommen derart, wie die gewünschten die tatsächlichen Kassenbestände unter-bzw. überschreiten (vgl. KRUEGER 1983: 42 ).Google Scholar
  38. 41).
    Es wurde die Gültigkeit der MARSHALL-LERNER-Bedingung unterstellt.Google Scholar
  39. 42).
    Ergänzend sind zwei Anmerkungen nötig: (i) Der Ausgleichsprozeß wurde ausschließlich im Rahmen eines Bestands-Konzepts diskutiert. Wegen der Interaktion von Geld- und Gütermärkten kann der Ausgleichsmechanismus umfassend ausschließlich durch einen StromBestands-Ansatz erklärt werden (vgl. auch KRUEGER 1983: 44). (ii) In den vorgestellten Anpassungsmechanismen blieb die Dynamik unberücksichtigt. Zerlegt man die Anpassungsgeschwindigkeit vom Beginn des Schocks bis zum neuen Gleichgewicht in kurze und lange Frist, so ist die Kaufkraftparitätentheorie langfristig gültig. Kurzfristig dominiert die monetäre Wechselkurstheorie.Google Scholar
  40. 43).
    Die im Abschnitt 2.7. unterstellte Geldpolitik nach der Methode der “helicopter economics” wird damit durch das realitätsnähere geldpolitische Instrument derGoogle Scholar
  41. 44).
    Zentral für die Wirkung dieser rudimentären Version eines monetären Zahlungsbilanzanpassungsprozesses sind zwei wesentliche Annahmen: (i) die Flexibilität von Preisen (zwecks Veränderbarkeit des Preisniveaus) und (ii) die Stabilität der Geldangebots- und Geldnachfragefunktionen in den betrachteten Währungsgebieten (bei institutionell konstant gehaltener Umlaufgeschwindigkeit des Geldes). In diesem Fall folgt der monetäre Mechanismus des Zahlungsbilanzausgleiches dem gleichen Prozeßmuster wie der Ausgleichsmechanismus im Fall des internationalen Goldstandards (vgl. hierzu MACHLUP 1965: 188–99).Google Scholar
  42. 45).
    MEINICH hat analytisch dargelegt, daß der Einbau des Falls einer key currency nichts an den o.g. Aussagen ändert (vgl. MEINICH 1971: 130–31 ).Google Scholar
  43. 46).
    Der Begriff wird im ökonomischen Schriftum auf zweierlei Weise definiert: (1) Im engeren Sinn bezeichnet er die Bestände an internationalen Zahlungsmitteln, die sich im Besitz der Währungsbehörden befinden (vgl. WILLIAMSON 1973: 686–87). (ii) In einer weiten Fassung wird unter dem Begriff die Fähigkeit der Zentralbank eines Währungsgebietes verstanden, jederzeit Defizite in der Leistungsbilanz finanzieren zu können (vgl. JARCHOW 966: 149). Hier soll unter dem Liquiditätsbegriff der aggregierte Bestand an ausländischen Währungen verstanden werden.Google Scholar
  44. 47).
    Der real-balance-effect wurde in zwei Interpretationen kritisiert: (1) Cash-balance effect. Referenzgröße für vermögensinduzierten Konsum ist ein gewünschter Vermögensbestand, den ein Agent zu halten wünscht. Abweichungen von diesem Zustand führen zu Nachfrageveränderungen. Maßgeblich für die Wirksamkeit des real-balance-effects in dieser Version ist die Ausgangssituation des Agenten. Sofern er sich bei Eintritt der Störung nicht im Vermögensgleichgewicht befindet, bleibt die Nachfragewirkung aus. Diese Betrachtung stellt eine Verfeinerung der ARCHIBALD/LIPSEY-These dar. (ii) Asset-expenditure effect. Die künftige Sparleistung eines Agenten verringert sich mit Zunahme seines Realvermôgensbestands: die Konsumausgaben sind positiv korreliert mit der realen Vermögensausstattung der Agenten (vgl. zu diesen Interpretationen CHICK 1979: 76–77). Die theoretische Gültigkeit des real-balanceeffects wird fundamental von der Frage getragen, ob Wertpapiere als (Netto-) Vermögen zählen.Google Scholar
  45. 48).
    Für eine nationale wie für die Weltwirtschaft hat die Gültigkeit dieses Prinzips die langfristige Neutralität des Geldes i.S. eines nicht wirkenden real-balance effects zur Folge. Die Gültigkeit der quantitativen Dichotomie impliziert dann wieder die Berechtigung für die Beibehaltung einer getrennten Analyse von realen und monetären Außenwirtschaftsprozessen.Google Scholar
  46. 49).
    Zur Veranschaulichung mag folgendes Beispiel dienen: Angenommen, die Unternehmen können Arbeitskräfte auf der Basis eines Geldlohns w einstellen, mit denen ein Güterangebot produziert und zum gegenwärtig herrschenden Preise (p) abgesetzt wird. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hängt ausschließlich vom Reallohn ab. Inflation verändert die Werte W und p in gleicher Proportion. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt unverändert (vgl. GALE 1982: 55, Fn. 5).Google Scholar
  47. 50).
    Die REH basiert auf den Beiträgen von MUTH und postuliert folgendes Modellbild: “Expectations (…) tend to be distributed, for the same information set, about the prediction of the theory (or the ‘objective’ probality function of outcomes)” (MUTH 1961: 316). Die Hypothese enthält nach MUTH drei Bestandteile: (i) Information ist ein knappes ökonomisches Gut, (ii) Erwartungen werden durch die spezifische Struktur des für die Abbildung der Wirtschaft relevanten Systems geformt, (iii) solange keine sog. “inside informations” bestehen, bleiben Ankündigungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen wirkungslos. MACHLUP verweist darauf, daß es sich bei der REH im Sinne MUTHs um eine Verwechslung des Terms “rational” im Sinne von “korrekt” handeln muß (vgl. MACHLUP 1983: 174, Fn. 3)Google Scholar
  48. 51).
    Der TOBIN-Effekt bezeichnet eine Situation innerhalb der neoklassischen Wachstumstheorie, in der trotz Gültigkeit der Quantitätstheorie eine Veränderung realwirtschaftlicher Größen aufgrund einer Geldmengenvariation zustande kommt. Zentral für die Existens dieses Effekts ist eine Variation der gleichgewichtigen Kapitalintensität (und des BSP pro Kopf) durch die Wachstumsrate der Geldmenge. Die Inflationsrate wird als ein von der Geldpolitik festzulegender Preis verstanden, der via Portfolioentscheidungen der Agenten die Aufteilung der Ersparnis in Realkasse und -kapital beeinflußt (vgl. TOBIN 1965: 671–72). Geld ist in diesem Wachstumsprozeß super-neutral, wenn zwar der Realkapitalstock endogen. doch von der Wachstumsrate (und nicht nur vom Niveau) der Geldmenge unabhängig ist.Google Scholar
  49. 52).
    Ein weiterer Einwand zur Geldneutralität in Verbindung mit der REH rückt das keynesianische Argument mangelnder Preis- und Lohnflexibilitäten in den Vordergrund. FISCHER weist in einer eng an die Modelle von LUCAS. SARGENT und WALLACE gehaltenen Analyse nach, daß bei der Einführung von Mehrperiodenkontrakten (im Rahmen eines ZweiPerioden-Modells) Geldpolitik systematisch reale Effekte implizieren wird. Sie ergeben sich aus einer induzierten Änderung der Outputpreise. Wesentliche Modellannahmen, auf denen die Ableitung dieses Ergebnisses basierten, sind: (i) Die Kontrakte legen die Lohnsätze, nicht aber die Arbeitsmengen fest; (ii) Bestehende Vertrage werden nicht aufgrund neuer Informationen vorzeitig aufgelöst. Während der Laufzeit der Verträge wird also der jeweils vefügbare Informationsstand nicht ausgeschöpft (vgl. FISCHER 1977). Eingeschränkte Lohnflexibilität erlaubt nach diesem Modell eine auf Veränderung der Realgrößen wirkende Geldpolitik, was gleichzusetzen ist mit einer Nicht-Neutralität des Geldes im Sinne von Version (2) aus Abschnitt 1. (vgl. auch FRISCH 1983: 227 ).Google Scholar
  50. 53).
    Die Position, die Annahme perfekter Voraussicht sei zentrales Element der MUTHschen Variante der REH. wird u.a. von RAMSER vertreten (vgl. RAMSER 1978: 82. Fn. 23).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • Henry Schäfer
    • 1
  1. 1.Neu-IsenburgDeutschland

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