Advertisement

Grundbegriffe

  • Gerhard Goos
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel klären wir Grundbegriffe, mit denen die Informatik umgeht. Wir beginnen mit Begriffen wie Nachricht und Information, die wir nicht de-finieren, sondern nur erläutern können. Viele Grundbegriffe stammen aus der Systemtechnik; wir füihren sie hier noch ohne weiteren Bezug ein. Am Ende sehen wir, daß Algorithmen nicht nur Rechenvorschriften im landläufigen Sinne bedeuten.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1.
    lat. signum, Zeichen.Google Scholar
  2. 2.
    Wir verwenden in diesen Vorlesungen das Wort Gegenstand in der allgemeinen Bedeutung Ding, Person, Thema, Sachverhalt (Beziehung zwischen Dingen, Personen, Themen oder anderen Sachverhalten). Dinge und Sachverhalte können dabei sowohl Gegenstände der realen Welt als auch einer gedachten Modellwelt sein.Google Scholar
  3. 3.
    In der japanischen Schrift tritt dieses Problem heute noch auf. Da Kanji-Zeichen jeweils ganze Wörter bedeuten, kann man sie ohne Zwischenraum schreiben. Mit Hiragana-Zeichen notierte Vor- und Nachsilben gehen aber ineinander über: Der Leser muß wissen, wo ein Wort aufhört und das nächste anfängt.Google Scholar
  4. 4.
    Oft bezeichnet das Wort Interpretation sowohl den Vorgang des Interpretierens, als auch dessen Ergebnis, als auch die Interpretationsvorschrift.Google Scholar
  5. 5.
    lat. datum, das Gegebene.Google Scholar
  6. 6.
    engl. fuzzy knowledge, also eigentlich fusseliges Wissen. Google Scholar
  7. 7.
    Wir beweisen diese Aussage in Bd. II.Google Scholar
  8. 8.
    Das englische Wort token wurde anfangs des Jahrhunderts in der Philosophie und Psychologie als Übersetzung des Wortes Zeichen in der hier benutzten Bedeutung eingeführt.Google Scholar
  9. 9.
    Die Bedeutung der Wörter Zeichen, Zeichenvorrat und Code ebenso wie die weiter unten gebrauchten Begriffe Bit, bits, Binärzeichen usw. sirnd in deutschen und internationalen Normen festgehalten, um Mißverständnisse zu vermeiden. Für die vorstehenden Begriffe finden sick die Definitionen in der Norm DIN 44 300.Google Scholar
  10. 10.
    griech. cσυµβoλov, Zeichen.Google Scholar
  11. 11.
    lat. redundare, im Überfluß vorhanden sein.Google Scholar
  12. 12.
    ld bedeutet logarithmus dualis und bezeichnet den Logarithmus zur Basis 2.Google Scholar
  13. 13.
    ASCII: American Standard Code for Information Interchange. Google Scholar
  14. 14.
    ISO: International Standard Organization. Google Scholar
  15. 15.
    Aus der Sicht der Informationsverabeitung ist die Information wirklich neu und vorher nicht dagewesen. Aus mathematischer Sicht ist es sinnvoll, alle überhaupt denkbaren Ergebnisse als a priori vorhanden anzusehen. Auch die Addition 3 + 4 wird dann zur Auswahlvorschrift, die aus den potentiellen Ergebnissen eines selektiert.Google Scholar
  16. 16.
    engl. lossy.Google Scholar
  17. 17.
    griech. σημαZeichen.Google Scholar
  18. 18.
    Charles Peirce, 1839–1914, amerikanischer Philosoph.Google Scholar
  19. 19.
    griech. συστη µa, Vereinigung.Google Scholar
  20. 20.
    Das englische black box ist eine Übersetzung dieses 1905 von dem österreichischen Physiker und Philosophen Ernst Mach, 1838–1916, Mach 1991), geprägten Begriffs.Google Scholar
  21. 21.
    lat. arte factum, durch Kunst gemacht.Google Scholar
  22. 22.
    Auf die sehr schwierige Frage, wieweit diese Einzelfälle für das Verhalten des modellierten Systems repräsentativ sind, gehen wir hier nicht ein.Google Scholar
  23. 23.
    Benannt nach Mohamed Ibn Musa Alchwarizmi, geboren in Chiwa (Chorism), gestorben in Bagdad nach 846. Alchwarizmi schrieb unter anderem das erste Lehrbuch der Algebra (Alchwarizmi 1831), aus dessen Titel sich das Wort Algebra herleitet. Er schrieb ferner eine Anleitung zum Rechnen mit indischen Ziffern (Alchwarizmi 1963), den Vorläufern der arabischen Ziffern, die wir heute benutzen. In letzterem Werk werden die vier Grundrechenarten für ganze Zahlen, Sexagesimalbrüche und gemeine Brüche in Sexagesimalschreibweise erklärt.Google Scholar
  24. 24.
    Euklid, 4.13. Jahrh. v. Chr., griechischer Mathematiker. 25. engl. time-shared Oder merged in time. Google Scholar
  25. 26.
    engl. barrier synchronization. Google Scholar
  26. 27.
    Konrad Zuse nannte sie in den 3oer und doer Jahren Rechenautomaten. Warum man im Deutschen 30 Jahre später die Wörter Rechner und Rechenautomat gegen ein englisches Wort tauschte, bleibt rätselhaft. 28. Charles Babbage, 1792–1871, Mathematikprofessor in Cambridge, England.Google Scholar
  27. 29.
    Konrad Zuse, geb. 1910, ursprünglich Bauingenieur, Erfinder zahlreicher Recheneinrich-tungen. Er füührte u. a. den Gebrauch des Dualsystems in modernen Rechnern ein und erfand 1937 die Gleitpunktdarstellung für reclle Zahlen. 1944 entwarf er mit dem Plankalkül einen Vorläufer der heutigen höheren Programmiersprachen.Google Scholar
  28. 30.
    Janos, Baron von Neumann, 1903 —1957, ungarischer Mathematiker, nach David Hilbert der wohl universellste Mathematiker der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Bahnbrechend waren seine Arbeiten über Gruppentheorie und ihre Beziehung zur Quantenmechanik, über Spieltheorie und über Automaten. Die nach ihm benannte Rechnerarchitektur formulierte er in (Burks et al. 1946).Google Scholar
  29. 31.
    Man spricht dann von einer Harvard-Architektur im Unterschied zu der Princeton-Architektur in Abb. 1.4 mit nur einem Bus. 32. byte ist auch im Englischen ein Kunstwort ohne weitergehende Bedeutung.Google Scholar
  30. 33.
    engl. direct memory access, abgekürzt DMA.Google Scholar
  31. 34.
    Axel Thue, 1863–1922, norwegischer Mathematiker und Logiker.Google Scholar
  32. 35.
    das griechische Wort µετά bedeutet in solchen Zusammensetzungen meist jenseits von ... . Metaregeln sind die übergeordneten Vorschriften zur Bildung oder Anwendung von Regeln.Google Scholar
  33. 36.
    engl. string replacement system oder string rewrite system. Google Scholar
  34. 37.
    Ein Thue-System ist ein symmetrisches Semi-Thue-System, ℐ = ℐ ∪ ℐ -1, bei dem zu jeder ableitenden Regel p q auch die reduzierende Regel q p zu ℐ gehört. Thue-Systeme kommen in der Informatik seltener vor.Google Scholar
  35. 38.
    Die Vorstellung eines nicht-terminierenden Algorithmus ist in sich widersprüchlich, da nach Definition ein Algorithmus eine endliche Folge von Operationen spezifiziert und daher immer terminieren muß. Allerdings müssen wir oft erheblichen Aufwand investieren, um nachzuweisen, daß ein Verfahren tatsächlich für alle oder zumindest für speziell vorgegebene Eingaben terminiert. Mit dem Begriff (potentiell nicht-terminierender Algorithmus signalisieren wir also eigentlich, daß uns noch nicht klar ist, ob ein Algorithmus vorliegt oder nicht.Google Scholar
  36. 39.
    Andrei A. MArkov, geb. 1903, russischer MathematikerGoogle Scholar
  37. 40.
    lat. calculus, glattes Steinchen, Rechenstein.Google Scholar
  38. 41.
    In der Logik spricht man statt von einem Kalkül auch von einer konstruktiven Theorie. Eine nicht-konstruktive Theorie bezeichnet ein System (U,⇒), in dem die Relation ⇒ nicht effektiv berechenbar ist, bzw in dem nicht bekannt ist, ob ⇒ berechenbar ist.Google Scholar
  39. 42.
    Noamm A. Chomsky, geb. 1928, amerikanischer Linguist.Google Scholar
  40. 43.
    engL. terminal bzw. nonterminal. Google Scholar
  41. 44.
    engl. sententialform bzw. phrase. Grammatiken nach Chomsky heißen oft auch Phrasen-strukturgrammatiken.Google Scholar
  42. 45.
    engl. parsing. Google Scholar
  43. 46.
    engl. proper. Google Scholar
  44. 47.
    Ieonid Witaljewitsch Kantorowitsch, 1912–1986, russischer Mathematiker und Wirt-schaftswissenschaftler, Nobelpreisträger 1975, entwickelte u.a. die Grundlagen des linearen Pro-grammierens. Erführte diese Bäume 1956 ein.Google Scholar
  45. 48.
    Peter Ingerman, (Ingerman 1967), wies daraufhin, daß der Inder PĀ nini bereits zwischen 400 und 200 v. Chr. zur BNF vergleichbare Schreibweisen zur Beschreibung einer Sanskrit-Grammatik einsetzte.Google Scholar
  46. 49.
    Alonzo Church, geb. 1903, amerikanischer Mathematiker und Logiker.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Gerhard Goos
    • 1
  1. 1.Institut für Programmstrukturen und DatenorganisationUniversität KarlsruheKarlsruheDeutschland

Personalised recommendations