Verhaltensbeobachtung

  • L. Echelmeyer

Zusammenfassung

Die Verhaltensbeobachtung ist eine ausgesprochen wichtige Informationsquelle im Gesamtrahmen des diagnostisch-therapeutischen Prozesses. Im folgenden ist die spezielle Form der Fremdbeobachtung gemeint, das Beobachten eines Verhaltensausschnittes durch eine andere Person, nicht durch den Patienten selbst (vgl. Kap. 47). Beschränkt man sich als Therapeut auf die Datenquellen mündlicher und schriftlicher Exploration — oft mit nur einer der beteiligten Personen -, so besteht die Gefahr einer bruchstückhaften oder verzerrten Information; die Verhaltensbeobachtung ermöglicht einen relativ direkten Zugang und wird so zum wichtigen Korrektiv. Verhaltensbeobachtung ist zugleich ein vielseitig verwendbares Mittel der Datenerhebung: Im diagnostischen Zusammenhang kann sie der Feinanalyse einzelner auffälliger Verhaltensweisen und ihrer Funktionalität ebenso dienen wie einer ersten Groborientierung im Gesamtproblemfeld; im therapeutischen Kontext kann sie zur Erfassung von Therapiefortschritt/Verhaltensänderung, zur Erfolgskontrolle und Transferüberprüfung eingesetzt werden; auch ein Wechsel im Vorgehen kann zusätzlichen Informationsgewinn bringen (Brack 1986).

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Literatur

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • L. Echelmeyer

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