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Blasenkontrolltraining

  • H. Stegat

Zusammenfassung

Blasenkontrolltraining (BKT) soll nach seinen Befürwortern die bei Enuretikern häufig beobachtete herabgesetzte funktionale Blasenkapazität durch Übung und Stärkung der Blasenmuskulatur vergrößern und setzt die durchaus umstrittene Annahme voraus, daß verringerte Blasenkapazität eine bedeutsame Bedingung für Einnässen sei (Stegat 1978). Nach der ersten Veröffentlichung von Mueller (1960) begannen Blasenübungen in den 70er Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu werden (Kimmel u. Kimmel 1970). Es gibt kein allgemein anerkanntes und angewandtes Übungsverfahren, sondern etliche Variationen über das Grundthema: Zurückhalten des Harns mit zunehmenden Zeitabständen. Eine Auflistung einiger prozeduraler Verschiedenheiten, die z. T. durch unterschiedliche Untersuchungsfragen bedingt sind, möge einen Eindruck von der Vielfalt geben:
  • Die Übungen selbst werden von 1mal täglich bis zu jedem gemeldeten Harndrang durchgeführt und gelegentlich mit zusätzlichen Übungen wie willentliches Anhalten und Einleiten von Entleerung (Stop-and-start-Training) angereichert. Die Dauer der Harnrückhaltung variiert zwischen 5 und 60 min. Auf zusätzliche Flüssigkeitszufuhr wird entweder ganz verzichtet, oder es wird damit in verschiedenen Behandlungsstadien mit unterschiedlichen Mengen begonnen. Positive Verstärkung verschiedener Leistungen erfolgt entweder gar nicht oder kontingent durch die Mütter, nicht kontingent durch die Therapeuten, mit verbalen oder materiellen Verstärkern (s. Kap. 12) oder Token (s. Kap. 43).

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Literatur

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  6. Stegat H (1978) Enuresis. In: Pongratz LJ (Hrsg) Handbuch der Psychologie, Bd 8/2. Hogrefe, Göttingen, S 2626–2661Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • H. Stegat

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