Advertisement

Gespräche mit Angehörigen und Freunden zum Thema „Rückfall“ (I): Gesprächsführung/-blockaden

  • Joachim Körkel
  • Christine Schindler

Zusammenfassung

Nahestehende Personen, wie der Partner oder andere Angehörige, sind häufig sowohl Mitbetroffene („Leidtragende“) als auch Mitgestalter von Rückfällen und Rückfallverläufen (Schmidt 1992). Es ist deshalb überaus wichtig, Angehörige bzw. Freunde auch im Rahmen eines Rückfallpräventionstrainings mit in die Rückfallthematik einzubeziehen. Mehrere Gründe sprechen dafür:
  1. 1.

    Angehörige und Freunde können dazu beitragen, dass es gar nicht zum erneuten Alkoholkonsum kommt. So konnte gezeigt werden, dass Abhängige, die von ihren Partnern Unterstützung hinsichtlich ihrer Abstinenz bekommen, seltener rückfällig werden (vgl. Havassy et al. 1991). „Unterstützung“ kann in diesem Zusammenhang z. B. heißen, dass der nichtabhängige Partner keinen Alkohol in Anwesenheit des abhängigen Partners trinkt oder dass zusammen alkoholfreie Freizeitaktivitäten unternommen werden.

     
  2. 2.

    Die Erörterung der Rückfallthematik mit Angehörigen kann auch eine schnellere Rückkehr zur Abstinenz bei späteren Ausrutschern begünstigen. In den Modulen 11 und 12 wurde dargelegt, dass es für Abhängige nach einem Ausrutscher günstig ist, rasch Maßnahmen zu ergreifen, um daraus keinen schweren Rückfall werden zu lassen. Einen besonderen Stellenwert für die Rückkehr zur Abstinenz nimmt das Ansprechen des Trinkens gegenüber einer Vertrauensperson ein. Abhängige berichten aber oftmals, dass sie aus Angst vor den Reaktionen ihrer Umwelt, besonders denen nahestehender Menschen, das Ansprechen des Ausrutschers lieber vermeiden.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Havassy BE Hall SM, Wasserman DA (1991) Social support and relapse: Commonalities among alcoholics, opiate users, and cigarette smokers. Addict Behav 16:235–246PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. Fahrner EM (1990) Partnerinnen von Alkoholabhängigen: sexuelle, partnerschaftliche und psychosoziale Probleme. Suchtgefahren 3:149–228.Google Scholar
  3. Schmidt G (1992) Rückfälle von als suchtkrank diagnostizierten Patienten aus systemischer Sicht. In: Körkel J (Hrsg) Der Rückfall des Suchtkranken. Flucht in die Sucht? 2. Aufl., Springer, Berlin Heidelberg New York Tokyo, S 173–213Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

Authors and Affiliations

  • Joachim Körkel
    • 1
  • Christine Schindler
    • 2
  1. 1.Ev. Fachhochschule NürnbergNürnbergGermany
  2. 2.Bezirksklinikum AnsbachAnsbachGermany

Personalised recommendations