Sozialmedizinische Probleme unter besonderer Berücksichtigung des Behindertensports

  • Hermann Rieder
Conference paper
Part of the Rehabilitation und Prävention book series (REHABILITATION, volume 10)

Zusammenfassung

Untersuchungen ergaben (Bolte et al., 1974), daß der Behinderte in die Rolle des entmündigten Behinderten entweder langsam hineinwächst oder von der Umwelt hineingedrängt wird. Andererseits verursachen körperliche Defizite und Erkrankungen den Wunsch nach vermehrten sozialen Kontakten. Die Diskrepanz zwischen den Wünschen und der Wirklichkeit einer drohenden Isolation scheint in Verbindung mit einer gesteigerten psychischen Empfindlichkeit der bedeutendste Faktor, warum es selten auf die Initiative von Behinderten hin gelingen will, Behindertensport als Therapie, Nachbehandlung und Freizeitbetätigung im sozialmedizinischen Sinne nutzbar zu machen. Die Werte einer regelmäßigen, nicht einseitigen, methodisch gesteuerten sportlich-körperlichen Betätigung liegen auch bei Körperbehinderungen weniger im Bereich des Somatischen — dies auch —, als vielmehr in jenen sekundär wirkenden Tatsachen der persönlichen Befriedigung und Entspannung, der Selbstbestätigung, des verbesserten Selbstbildes und der sehr wichtigen Komponente des Kontaktes zu anderen. — Mitglied einer Gruppe zu sein, die trotz meist herabgesetzten Leistungsvermögens den eigenen Beitrag braucht und schätzt —, dies muß das Ziel sein.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Hermann Rieder
    • 1
  1. 1.Instituts für Sport u. SportwissenschaftUniversität HeidelbergDeutschland

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