Zur medizinischen Begutachtung von Kindern mit Dysmelien

(„Punkttabelle“ und „Schwerbehindertengesetz“)
  • Gerhard Möllhoff
Conference paper
Part of the Rehabilitation und Prävention book series (REHABILITATION, volume 10)

Zusammenfassung

Bei den thalidomidinduzierten Dysmyelien findet man, je nach dem Zeitpunkt und der Intensität der Einwirkungen des Pharmakons auf frühe embryonale Stadien, interindividuell unterschiedlich ausgeprägte, jedoch relativ charakteristische Abwandlungen mesodermaler Strukturelemente, auf die E. Marquardt in seinem Einleitungsreferat unter Berücksichtigung pathogenetischer, morphologischer und funktioneller Aspekte bereits eingegangen ist. Die große Zahl der betroffenen Kinder (2631 Fälle), das multiforme Nebeneinander destruierender Veränderungen am Skelett, vielen inneren Organen und dem Zentralnervensystem wie auch die relativ vielen Polyneuropathien bei erwachsenen Thalidomidkonsumenten beeindruckten Ärzte und Öffentlichkeit so nachhaltig, daß seit 1960 eine kritischere Einstellung gegenüber toxischen Begleiteffekten von Arzneimitteln in breiten Bevölkerungsschichten und ein lebhaftes Interesse am Schicksal dieser Personengruppe bestehen blieben. In den letzten 15 Jahren zeigten sich mit Eintritt der Kinder in die Pubertät Auswirkungen nicht kompensierbarer statisch-dynamischer Fehlbelastungen vornehmlich an den Hüft-, Knie- und Oberarmgelenken, aber auch an der gesamten Wirbelsäule. Parallel hierzu verstärkten sich in der biologischen Umstellungsphase die z. T. recht mannigfaltigen psychoreaktiven Störungen, zu denen endokrine Funktionsausfälle (Testes, Urogenitalatresien, hypophysäre Schäden u. a.) determinierend hinzutraten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Gerhard Möllhoff
    • 1
  1. 1.Institut für RechtsmedizinUniversität HeidelbergDeutschland

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