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Das behinderte Kind

Familie und Frühförderung
  • O. Speck
Conference paper
Part of the Rehabilitation und Prävention book series (REHABILITATION, volume 10)

Zusammenfassung

Unser behindertenbezogenes Denken ist so sehr von der Professionalität beherrscht, daß die Familie eines behinderten Kindes als nichtprofessionalisiertes Kleinsystem leicht aus dem Gesichtsfeld schwindet, daß sie u. U. sogar als Störfaktor im ansonsten leichter organisierbaren Gesamtsystem der Behindertenarbeit empfunden wird. Darüber täuschen auch nicht die Kränze hinweg, die den Eltern immer wieder von Spezialisten gewunden werden, wenn ihnen z. B. das Prädikat der „wichtigsten Kotherapeuten“ verliehen wird. Hier wird ein latentes Spannungsverhältnis verdeckt, das darin besteht, daß die Eltern zwar nach wie vor die eigentlichen Konsequenzen der Behinderung ihres Kindes voll zu tragen haben, ihnen das primäre Elternrecht zugesprochen bleibt, daß sie sich aber ansonsten real als von Experten abhängige Größen erfahren, dabei aber in ihren tagtäglichen Nöten nicht unbedingt erreicht werden. Die professionelle Hilfe beurteilt die eigene Effektivität als um so größer, je mehr sich die Eltern ihrem Konzept anpassen und unterordnen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • O. Speck

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