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Die Strukturierung des Entscheidungsproblems

  • Franz Eisenführ
  • Martin Weber
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Grundstruktur eines Entscheidungsproblems kann beschrieben werden durch Handlungsalternativen, Umwelteinflüsse, Konsequenzen von Handlungsalternativen und Umwelteinflüssen sowie durch die Ziele und Präferenzen des Entscheiders.

     
  2. 2.

    Wichtige Vorentscheidungen sind bei der Zusammenstellung der Alternativen zu fallen. Sie betreffen die Fragen: Soll nach weiteren Alternativen gesucht oder zwischen den vorhandenen Alternativen gewählt werden? Soll die Anzahl der vorhandenen Alternativen reduziert werden, indem man Optionen, die sich nur geringfügig unterscheiden, zusammenfaßt? Oder ist es im Gegenteil sinnvoll, vorhandene Optionen in mehrere Varianten aufzuspalten? Sollen die Handlungsmöglichkeiten einstufig oder mehrstufig konzipiert werden — und im letzteren Fall: Wieviele Schritte soll man vorausplanen?

     
  3. 3.

    Weitere wichtige Vorentscheidungen betreffen die Modellierung der Umwelteinflüsse. Kann man die Zukunft hinreichend gut vorhersehen, um Unsicherheiten vernachlässigen zu können? Falls nicht: Welches sind die relevanten unsicheren Einflüsse? Wie fein oder grob soll die Gesamtheit der möglichen Zustände der Umwelt unterteilt werden?

     
  4. 4.

    Unsicherheit wird durch Zustände oder Ereignisse beschrieben, denen Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden. Wahrscheinlichkeiten gehorchen bestimmten Regeln. Bei der Kombination unsicherer Ereignisse sind gemeinsame Wahrscheinlichkeiten und bedingte Wahrscheinlichkeiten von Bedeutung. Mit Hilfe von Ereignis-, Zustands- und Ursachenbäumen können solche Kombinationen anschaulich dargestellt werden.

     
  5. 5.

    Wenn eine Handlungsalternative gewählt und die Unsicherheit bezüglich der Umwelteinflüsse aufgelöst ist, ergibt sich deterministisch eine bestimmte Konsequenz. Es kann nötig sein, ein Wirkungsmodell zu formulieren, das diese Konsequenz ermittelt.

     
  6. 6.

    Bei der Präferenzmodellierung ist die Vorentscheidung zu treffen, ob man sich auf ein einziges Ziel beschränken kann oder mehrere Ziele berücksichtigen will. Die bedeutsamen Ziele sind zu identifizieren. Bei unsicheren Erwartungen muß man sich Gedanken über seine Einstellung zu Risiken machen und bei über die Zeit verteilten Konsequenzen kann eine Modellierung der Zeitpräferenz sinnvoll sein.

     
  7. 7.

    Die Modellierung der einzelnen Komponenten ist gewöhnlich nicht unabhängig voneinander möglich. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Der Entscheider springt zwischen dem Alternativenmodell, dem Umweltmodell und dem Präferenzmodell hin und her, bis er die Problemmodellierung beendet und das so formulierte Problem löst.

     
  8. 8.

    Graphische Darstellungsmittel wie die Entscheidungsmatrix, der Entscheidungsbaum und das Einflußdiagramm sind sehr nützliche Werkzeuge. Sie zwingen den Entscheider, seine Vorstellungen zu klären, und erleichtern es ihm, mit anderen am Entscheidungsprozeß Beteiligten zu kommunizieren oder betroffenen Personen die Entscheidungsgrundlagen zu erklären.

     

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Referenzen

  1. 1.
    Üblicherweise definiert man den Begriff Strategie so, daß er als Sonderfall auch die einstufige Entscheidung umfaßt.Google Scholar
  2. 2.
    Traditionell wird Unsicherheit als Oberbegriff verwendet für die beiden Unterfalle „Risiko“ (Vorliegen einer eindeutigen Wahrscheinlichkeitsverteilung der Konsequenzen) und „Ungewißheit“ (Kenntnis der möglichen Konsequenzen, aber keinerlei Vorstellung über deren Wahrscheinlichkeiten). Wir weichen von diesen Definitionen ab, da wir den Fall der so definierten „Ungewißheit“ für realitätsfern und theoretisch dubiös halten (siehe Kapitel 10, Abschnitt 10.1). Allerdings kann bei Unsicherheit (=Risiko) die Vorstellung des Entscheiders über die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Konsequenzen mehr oder weniger ungenau sein.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Franz Eisenführ
    • 1
  • Martin Weber
    • 2
  1. 1.Seminar für Allgemeine BetriebswirtschaftslehreUniversität zu KölnKölnDeutschland
  2. 2.Universität MannheimMannheimDeutschland

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