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Löschung

  • M. Hautzinger

Zusammenfassung

Unter Löschung versteht man beim operanten Lernparadigma das Ausbleiben der positiven Konsequenzen auf ein bestimmtes, durch die positiven Konsequenzen kontrolliertes Verhalten. Die Verhaltensrate sinkt. Die Intervention setzt also bei den Verhaltenskonsequenzen an und zielt auf den Verhaltensabbau. Löschung allein ist unmittelbar nicht so wirkungsvoll wie direkte Bestrafung (s. Kap. 7), denn beim Einsetzen der Löschungsprozedur erhöht sich zuerst einmal die Verhaltensrate, weil das Individuum versucht, die ausbleibende Verstärkung (s. Kap. 60) doch noch zu erhalten. Erst nach einiger Zeit und nur bei konsequentem Löschen sinkt die Verhaltensrate. Das Ausbleiben bisheriger positiver Konsequenzen ist emotional belastend und wird als Strafe erlebt. Wie lange die Löschung zur Reduktion der Verhaltensrate benötigt wird, und ob diese überhaupt in vertretbarer Weise erreichbar ist, hängt von den vorausgehenden lerngeschichtlichen Verstärkungsbedingungen des Zielverhaltens ab. Löschung braucht länger, wenn das zu löschende Verhalten unter wechselnden, ungleichmäßigen (sogenannten intermittierenden) Verstärkungsbedingungen gelernt und aufrechterhalten wurde. Zur Extinktion als Form der Löschung beim klassischen Konditionieren siehe Kap. 48.

Extinction

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • M. Hautzinger
    • 1
  1. 1.Freie Universität Institut für PsychologieBerlin 33Deutschland

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