Psychiatrie pp 244-245 | Cite as

Das Problem der Involutionspsychosen

  • Walter Schulte
  • R. Tölle

Zusammenfassung

Der Begriff Involution (Rückbildung) ist in der Medizin nie überzeugend formu- liert, aber oft und vieldeutig angewandt worden. Genauer als andere bezeichnete F. A. Kehrer das Rückbildungsalter als den Lebensabschnitt, in dem die evolutiven Vorgänge hinter den involutiven zurückbleiben. Es handelt sich um die Zeit nach der sogenannten Lebensmitte, um den ersten Abschnitt der zweiten Lebenshälfte. Es ist also nicht das eigentliche Altern gemeint, sondern die Zeit vor dem Präsenium, in dem noch nicht sichere Altersveränderungen faßbar sind. Letztere sind zwar definitorisch ausgeschlossen, klinisch aber sind die Übergänge zum Präsenium fließend, wie der Lebensprozeß überhaupt keine scharfen Grenzen kennt. Zunächst verstand man Involution vorwiegend biologisch, ohne daß man allerdings eine somatische Involution anhand bestimmter Merkmale definieren konnte, abgesehen von der Menopause der Frau. Heute wird man Involution, sofern man diesen Begriff noch verwendet, als psychosozio-somatische Vorgänge nach der Lebensmitte ansehen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Walter Schulte
    • 1
  • R. Tölle
    • 2
  1. 1.Universitäts-Nervenklinik TübingenTübingenDeutschland
  2. 2.Psychiatrischen und NervenklinikWestfälischen Wilhelms-Universität MünsterMünsterDeutschland

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