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Psychiatrie pp 263-264 | Cite as

Sogenannte Involutionspsychosen

  • Rainer Tölle
Chapter
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Der Begriff Involution (Rückbildung) ist in der Medizin nie überzeugend definiert, aber oft und vieldeutig angewandt worden. Genauer als andere bezeichnete F. A. Kehrer das Rückbildungsalter als den Lebensabschnitt, in dem die evolutiven Vorgänge hinter den involutiven zurückbleiben. Es handelt sich um die Zeit nach der sog. Lebensmitte, um den ersten Abschnitt der zweiten Lebenshälfte. Es ist also nicht das eigentliche Altern gemeint, sondern die Zeit vor dem Präsenium, in der noch nicht sichere Altersveränderungen faßbar sind. Letztere sind zwar definitorisch ausgeschlossen, klinisch aber sind die Übergänge zum Präsenium fließend, wie der Lebensprozeß überhaupt keine scharfen Grenzen kennt. Zunächst verstand man Involution vorwiegend biologisch, ohne daß man allerdings eine somatische Involution anhand bestimmter Merkmale definieren konnte, abgesehen von der Menopause der Frau. Heute wird man Involution, sofern man diesen Begriff noch verwendet, als psychosozio-somatische Vorgänge nach der Lebensmitte ansehen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • Rainer Tölle
    • 1
  1. 1.Klinik für PsychiatrieWestfälischen Wilhelms-UniversitätMünsterDeutschland

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