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Vitamine

  • H. M. Th. Rauen
  • M. Rauen-Buchka
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 170)

Zusammenfassung

Bei ausreichender Kalorienzufuhr und Dekkung des essentiellen Bedarfs an Aminosäuren, Fettsäuren und Mineralstoffen benötigt der Organismus höherer Säugetiere und des Menschen noch organische Verbindungen oder deren Vorstufen in täglicher Menge von 0,001 bis 75 mg. In eigenem Metabolismus kann er sie nicht oder nicht in ausreichender Bedarfshöhe de novo synthetisieren, er muß sie mit der Nahrung aufnehmen = weitere essentielle Nahrungsbestandteile (Vit-amin ist historisch zu verstehen und wurde für das heutige Vitamin B1 geprägt, lebensnotwendiger N-haltiger Stoff, was, wie sich später zeigte, nicht für alle anderen zutrifft). — Für jedes Vitamin gibt es einen in bestimmten Grenzen variierenden Tagesbedarf. Einige Vitamine können hauptsächlich in der Leber, aber auch in anderen Organen gespeichert werden. Nicht alle Species haben den gleichen Vitaminbedarf, es gibt beträchtliche Speciesunterschiede. Ist die Zufuhr längere Zeit suboptimal oder Null und nehmen die Speicher ab, dann bilden sich zunächst latente Mangelerscheinungen mit unspezifischen Symptomen aus = Hypovitaminosen (s. 13.11.12; 13.12.7), die schließlich in charakteristische Mangelerscheinungen übergehen = Avitaminosen. Den Bedarf überschreitende Nahrungsvitaminmengen werden wieder ausgeschieden, nur in einigen Fällen kennt man pathologische Wirkungen nach exzessiver (auch parenteraler therapeutischer) Zufuhr = Hypervitaminosen. — Klassifizierung, wie zuweilen noch üblich, nach dem Löslichkeitscharakter und in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine, doch besagt dies nichts über ihre metabolen Funktionen. 1. Wasserlösliche (polare) Vitamine: a) der B-Gruppe: Thiamin (B1, Riboflavin (B2), Nicotinamid, auch Niacin (PP), Pyridoxin (B6), Cobalamin (B12). b) ohne Gruppenzugehörigkeit: Pantothensäure, Biotin, Folsäure, α-Liponsäure, Ascorbinsäure (C). 2. Lipidlösliche (apolare) Vitamine: Retinol (A), Calciferol (D), Tokopherol (E), Phyllochinon (K). 3. Vitaminähnliche Wirkstoffe: Meso-Inosit, Carnitin (Vitamin T), essentielle Fettsäuren (Vitamin F), Flavonoide.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • H. M. Th. Rauen
    • 1
  • M. Rauen-Buchka
    • 1
  1. 1.Abteilung für Experimentelle Zellforschung im Physiologisch-Chemischen InstitutWestfälischen Wilhelms-Universität44 Münster (Westf.)Deutschland

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