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Opioide zur Therapie von Schmerzen

  • Enno Freye

Zusammenfassung

Bei Überschreitung einer gewissen Schmerzschwelle setzt der Organismus Endorphine (körpereigene, morphinähnliche Substanzen) frei, die überall dort entstehen, wo Schmerzmediatoren zur Übertragung der Schmerzimpulse verantwortlich beteiligt sind. Reicht nach Bindung an spezifische Rezeptoren die Hemmung der Impulsweiterleitung und Herabsetzung der Schmerzempfindung nicht aus, weil der Einstrom von afferenten Schmerzimpulsen zu groß ist, können nur von außen zugeführte Opioide zu einer ausreichenden Unterdrückung der Schmerzleitung und -wahrnehmung führen. Für die Bewältigung von Schmerzen sind somit Opioidabkömmlinge die wirkungsvollsten Medikamente, da sie selektiv in die Schmerzleitung und Schmerzverarbeitung eingreifen. Sie stehen im Mittelpunkt einer jeglichen Schmerztherapie und leiten sich zum größten Teil von Alkaloiden ab, die für medizinische Zwecke aus dem Opium (Papaver somniferum) extrahiert werden:
  • Morphin (10 – 17 %), das wichtigste Alkaloid, wurde 1803 von dem Apotheker Sertürner in Einbeck aus dem Opium isoliert. Er wählte den Namen Morphium nach dem griechischen Gott Morpheus, was schon damals auf die sedativ-hypnotische und schlafanstoßende Wirkung des Morphins hinwies.

  • Codein (0,7 – 4 %), chemisch ein Methylmorphin; es wird heutzutage durch Methylierung aus Morphin gewonnen.

  • Thebain (0,5 – 2 %), ein Vorläufer für viele halbsynthetische Agonisten und Antagonisten wie z. B. Etorphin, Oxymorphon, Naloxon, Naltrexon, Nalbuphin, Buprenorphin, Cyprenorphin, Diprenorphin.

  • Benzylisoquinoline, eine Gruppe ohne Wirkung auf Opioidrezeptoren. Die wichtigsten Vertreter sind Papaverin (0,5 – 1 %) ein Phosphordiesterasehemmer, der die glatte Muskulatur relaxiert und Noscapin (2 – 9 %), das als Antitussivum verwendet wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • Enno Freye
    • 1
  1. 1.RatingenDeutschland

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