Aufbau und Organisation einer Neugeborenenintensivstation

  • M. Obladen

Zusammenfassung

Geht man davon aus, daß 8–12% aller Neugeborenen in eine Kinderklinik verlegt werden müssen [16], und daß etwa ein Viertel davon intensivpflegebedürftig ist, so wären für die Bundesrepublik 70 Neugeborenenintensivstationen erforderlich, von denen jede pro Jahr 300 Kinder zu versorgen hätte. Diese Stationen sollten in möglichst engem räumlichen und organisatorischen Verbund mit einer großen Entbindungsabteilung stehen (perinatales Zentrum), in welche aus einem Einzugsgebiet von ca. 10000 Entbindungen pro Jahr alle Geburten mit erhöhtem Risiko, insbesondere alle Frühgeburten, geleitet werden sollten. Die Ergebnisse dieses „Inutero-Transports“ sind der postnatalen Verlegung in eine Kinderklinik weit überlegen [1, 10]. Nur so kann die Anwesenheit des Neonatologen bei der Geburt sichergestellt werden, nur so verliert die Geburt eines Frühgeborenen den Charakter eines Verkehrsunfalls. Solche Organisationsstrukturen existieren auch in den Ländern mit besonders niedriger Neugeborenensterblichkeit, insbesondere in Schweden, wo es überhaupt nur 80 Entbindungskliniken gibt [6].

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Anderson CL, Alajem S, Ayuste O, Caldwell C, Ismail M (1981) Analysis of maternal transport within a suburban metropolitan region. Am J Obstet Gynecol 140:499PubMedGoogle Scholar
  2. 2.
    Dangel P (1974) Organisation und Taktik der Intensivbehandlung von pädiatrischen und kinderchirurgischen Patienten. Klin Pädiatr 186:120PubMedGoogle Scholar
  3. 3.
    Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DFVLR) (1984) Modellversuch Technische Servicezentren in Krankenhäusern. Abschlußbericht zur Begleituntersuchung. Band A-1/2, KölnGoogle Scholar
  4. 4.
    Deutsche Krankenhausgesellschaft (1974) Anhaltszahlen für die Besetzung der Krankenhäuser mit Pflegkräften und Ärzten. Das Krankenhaus 10:420–428Google Scholar
  5. 5.
    Deutsche Krankenhausgesellschaft (1976) Muster für eine landesrechtliche Ordnung der Weiterbildung und Prüfung zu Krankenschwestern, Krankenpflegern und Kinderkrankenschwestern in der Intensivpflege. Das Krankenhaus 68:12Google Scholar
  6. 6.
    Kjellmer I (1981) The secret of low newborn and infant mortality rates in Sweden. Symposium on newborn mortality, TübingenGoogle Scholar
  7. 7.
    Kreysch W (1983) Die Technischen Service-Zentren in der Bundesrepublik. Med Techn Dialog 5:18Google Scholar
  8. 8.
    Lasch HG, Präsident (1979) Stellungnahme der deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin. DüsseldorfGoogle Scholar
  9. 9.
    Mentzel H, Michaelis R (1978) Die Säuglingssterblichkeit in der Bundesrepublik als Problem der regionalen Neugeborenen- und Säuglingssterblichkeit. Kinderarzt 9:303Google Scholar
  10. 10.
    Modanlou HD, Dorchester W, Freeman RK, Rommel C(1980) Perinatal transport to a regional perinatal center in a metropolitan area. Maternal versus neonatal transport. Am J Obstet Gynecol 138:1157PubMedGoogle Scholar
  11. 11.
    Neugeborenen-Intensivzentren (1981) Verteilung, Ausstattung, Abholdienst. Podiumsgespräch 1979. Perinatale Medizin, Bd VIII. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  12. 12.
    Obladen M, v. Loewenich V (1990) Modelle der Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen — eine Strukturanalyse. Mschr Kinderheilkd 138:637–642Google Scholar
  13. 13.
    Pomerance JJ, Ukrainski CT, Ukra T, Henderson DH, Nash AH, Meredith HL (1978) Cost of living for infants weighing 1000 g or less at birth. Pediatrics 61:908PubMedGoogle Scholar
  14. 14.
    Pratner SE, Kisling JA (1982) Equipment maintenance. In: Schreiner RL, Kisling JA(eds) Practical neonatal respiratory care. Raven, New YorkGoogle Scholar
  15. 15.
    Schafer KH (1975) Forderungen der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde zur Intensivpflege im Bereich der Pädiatrie. Monatsschr Kinderheilkd 123:41–44Google Scholar
  16. 16.
    Selbmann KH, Brach M, Elser H, Holzmann K, Johannigmann J, Riegel K (1980) Münchener Perinatal-Studie 1975–1977: Daten, Ergebnisse, Perspektiven. Deutscher Ärzte Verlag, KölnGoogle Scholar
  17. 17.
    St Leger AS, Cochrane AL, Moore F (1978) The anomaly that wouldn’t go away. Lancet II. 1153CrossRefGoogle Scholar
  18. 18.
    Verordnung über die Sicherheit medizinisch-technischer Geräte. (Medizingeräteverordnung — Med GV) (1985) Bundesgesetzblatt I. 93 v 19 1 1985Google Scholar
  19. 19.
    Wagner H, Obladen M, Haller U, Wille L(1975) Neonatales Informationssystem I: Computerlesbarer Schwangerschafts- und Geburtsbericht. Z Geburtshilfe Perinatol 179:68PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • M. Obladen

There are no affiliations available

Personalised recommendations