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Zum Verhältnis von Theorie und Praxis

  • Helmut Thomä
  • Horst Kächele

Zusammenfassung

Rund 60 Jahre nach dem Versuch von Ferenczi u. Rank (1924), „das Verhältnis der analytischen Technik zur analytischen Theorie” zu klären und hierbei zu untersuchen, „inwiefern die Technik die Theorie beeinflußt hat und inwieweit die beiden einander gegenwärtig fördern oder behindern” — so lautet die von Freud (1922 d) formulierte Preisfrage -, ist es angebracht, die heutigen mit den damals ungelöst ge-bliebenen Problemen zu vergleichen. Einige allgemeine Feststellungen haben die Zeit überdauert. So plädierten bereits Ferenczi u. Rank für ein empirisch-induktives und für ein hypothesenprüfendes deduktives Vorgehen, wenn sie sagen:

Es ist vielleicht nicht übertrieben zu behaupten, daß diese Art gegenseitiger Kontrolle der Erkenntnis durch die Erfahrung (Empirie, Induktion) und der Erfahrung durch vorhergehende Erkenntnis (Systemisierung, Deduktion) die einzige ist, die eine Wissenschaft davor behüten kann, in die Irre zu gehen. Eine Disziplin, die sich mit dem einen oder dem anderen Forschungswege allein begnügen oder auf die Kontrolle durch eine Gegenprobe zu früh verzichten wollte, wäre dazu verurteilt, den sicheren Boden unter den Füßen zu verlieren; die reine Empirie, weil ihr der befruchtende Gedanke fehlte, die reine Theorie, weil sie in voreiligem Allwissen die Motive zu weiterer Forschung verstummen ließe (Ferenczi u. Rank 1924, S.47).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Helmut Thomä
    • 1
  • Horst Kächele
    • 1
  1. 1.Abteilung Psychotherapie der UniversitätUlmDeutschland

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