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Definition, Messung und meßbare Erzeugung von Körperschall

  • Lothar Cremer
  • Manfred Heckl

Zusammenfassung

Eine sehr große Anzahl der Schallereignisse, die unser Ohr erreichen — sei es der Klang einer Geige, das Quietschen einer Bremse, oder eine lautstarke Unterhaltung in der nachbarlichen Wohnung — werden durch schwingende Festkörper erzeugt oder fortgeleitet. Man bezeichnet das Gebiet der Physik, das sich mit der Erzeugung, Übertragung und Abstrahlung von — meist sehr kleinen — zeitlich wechselnden Bewegungen und Kräften in festen Körpern beschäftigt als „Körperschall“1. Dabei drückt die Bezeichnung „Schall“ bereits aus, daß das Hauptaugenmerk bei den hörbaren Frequenzen — also etwa im Bereich von 16 Hz bis 16000 Hz — liegt. Schwingungen und Wellen bei tieferen Frequenzen, fallen meist in das Gebiet der mechanischen Schwingungen oder der Erdbebenwellen, während sich bei höheren Frequenzen das weite Feld des Ultraschalls anschließt. Die angegebenen Frequenzen sind jedoch durchaus nicht als starre Grenzen anzusehen; so ist es beispielsweise ohne weiteres möglich, daß auch Körperschallschwingungen mit 50 oder 100 Hz nicht anders als mechanische Schwingungen mit endlich vielen Freiheitsgraden zu behandeln sind, oder daß die Meßmethoden, mit denen die Körperschalleigenschaften von Materialien im hörbaren Bereich bestimmt werden auch im Ultraschallgebiet angewandt werden.

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Literaturverzeichnis

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    Diese Definition der elektromechanischen Wandler ist in DIN 1311, Blatt 3 gewählt worden; sie berücksichtigt, daß es auch rein mechanische Wandler (Hebel und Kreisel) und rein elektrische Wandler (Transformator und Gyrator) gibt. In der Literatur werden dagegen vielfach auch die steuernden Aufnehmer zu den elektromechanischen Wandlern gerechnet, aber als Steuer-Wandler von den reziproken unterschieden. Dann muß man den Begriff „Wandler“ auf die „elektro-mechanischen“ beschränken und könnte dann auch diesen — in seiner Wortfolge auf den Sender zugeschnittenen — Zusatz weglassen, denn rein mechanische oder elektrische steuernde Elemente werden als Servomotoren oder Verstärker, aber nie als Wandler bezeichnet. Auch auf eine zweite Uneinheitlichkeit in den Bezeichnungen der beiden Gruppen muß hingewiesen werden, die sogar schwerer wiegt, weil hier die gleichen Bezeichnungen im entgegengesetzten Sinn verwendet werden. In der Nachrichtentechnik ist es üblich, Systeme, die wie Verstärker fremde Energiequellen steuern, als aktiv, die anderen als passiv zu bezeichnen. Bei der Klassifikation der Körperschallaufnehmer werden dagegen meist die steuernden als die passiven, die reziproken Wandler als die aktiven bezeichnet. (Siehe z. B. Neubert, H.: Instrument Transducers, Oxford 1963).Google Scholar
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    Andererseits führt die 5R-Darstellung wegen ihrer reellen und frequenzunabhängigen Wandlerkonstante unmittelbarer zu einfachen elektrischen Ersatz-bildern (Reichardt, W.: Grdl. d. Techn. Akustik, VI, Leipzig, 1968).Google Scholar
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    Entnommen Neubert, H. : Instrument Transducers, Oxford 1963, 305.Google Scholar
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    Siehe wieder DIN 40700.Google Scholar
  30. 1.
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    Ein weiteres Beispiel eines tief abgestimmten elektrostatischen Aufnehmers beschreibt Erleb, W.: Hochfrequenz und Elektroakustik 65 (1957) 201.Google Scholar
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    Erler, W.: Hochfrequenz und Elektroakustik 65 (1957) 201.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • Lothar Cremer
    • 1
  • Manfred Heckl
    • 2
  1. 1.Technischen Universität BerlinDeutschland
  2. 2.Institut für Technische AkustikTechnische Universität BerlinDeutschland

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