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Immissionsschutzrecht

  • Wolfram Sandner
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Die Auseinandersetzung mit Klausuren aus dem Bereich des Immissionsschutzrechts wird dadurch erschwert, daß — anders als etwa im überschaubareren Handwerksrecht oder Gaststättenrecht — gesetzliche Vorschriften unterschiedlichster Herkunft eine Rolle spielen können: Der Prüfer hat über die Gelenkvorschrift des § 6 I Nr. 2 BImSchG die Möglichkeit, neben dem rein immissionsschutzrechtlichen Kern der Aufgabe vielfältige weitere Probleme aus völlig anderen Rechtsgebieten wie etwa dem Bauplanungsrecht oder dem Bauordnungsrecht einzubauen. Vorschriften mit immissionsschutzrechtlichem Bezug finden sich zwar auch in diesen „Nebengesetzen“1. Auf dem Gebiet des öffentlichen Immissionsschutzes steht aber das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) im Vordergrund, für dessen Erlaß sich der Bund auf die Gesetzgebungskompetenzen der Art. 73 Nr. 6 und 74 I Nrn. 11, 21–24 GG stützen kann.

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Literatur

  1. 1.
    Siehe etwa §§ 4 I 1 Nr. 3 GastG; 1 V 2 Nr. 7, 35 III 1 Nr. 3 BauGB; 30, 45 12 Nr. 3 StVO. s Siehe dort §§ 16 ff.Google Scholar
  2. 2.
    Beispielhaft für diese Schwerpunktverschiebungen sei etwa auf die Verankerung des Vorsorgeprinzips im Katalog der Genehmigungsvoraussetzungen (§§ 6 I Nr. 1, 5 I Nr. 2 BImSchG) sowie auf die Zielbestimmung des Gesetzes (§ 1 BlmSchG) hingewiesen. Das BlmSchG darf daher - neben seinen starken, historisch bedingten Bezügen zum Gewerberecht und damit zum Wirtschaftsverwaltungsrecht - auch als Archetyp eines modernen Umweltschutzgesetzes gelten.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe hierzu etwa Bender/Sparwasser/Engel,Kap. 8, RN 269 ff.; Schulze-Fielitz,in: Reiner Schmidt, BT 1, RN 149 ff.Google Scholar
  4. 4.
    So ermächtigt etwa Art. 14 BaylmSchG die Gemeinden, im Verordnungswege zum Schutz vor unnötigen Störungen zeitliche Beschränkungen für ruhestörende Haus-und Gartenarbeiten (z.B.: Rasen mähen) oder das Halten von Haustieren (z.B.: krähender Hahn) zu erlassen. Daneben kommt landesrechtlichen Vorschriften über § 22 II BImSchG Bedeutung zu (-> RN 78).Google Scholar
  5. 5.
    Insoweit kann allerdings eine erhebliche Belästigung i.S.d. § 5 I Nr. 1 BlmSchG vorliegen. e Jarass,BImSchG, § 3, RN 7.Google Scholar
  6. 6.
    Jarass,BlmSchG, § 3, RN 7. Wird die Licht-bzw. Frischluftzufuhr für ein benachbartes Grundstück dagegen nicht von der Substanz der Anlage selbst, sondern durch von ihr hervorgerufene Emissionen bewirkt (Beispiel: Der aus dem Fabrikschlot entweichende Qualm ver-Google Scholar
  7. 7.
    dunkelt die Sonne), liegt hierin eine Immission i.S.d. § 3 I BlmSchG, vgl. Jarass BImSchG, § 3, RN 7.Google Scholar
  8. 8.
    Grundlegend BVerwGE 28, 310 (315 f.).Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Seilner RN 42; Kloepfer § 14, RN 44.Google Scholar
  10. 10.
    Der immissionsschutzrechtliche Nachbarbegriff umfaßt auch den nur obligatorisch Berechtigten. Er ist damit weiter als der bauordnungsrechtliche, der nur auf den Eigentümer und gerade nicht auch auf den Mieter oder Pächter abstellt (vgl. etwa § 55 I 1 LBO Baden-Württemberg).Google Scholar
  11. 11.
    Ausführlich zum NachbarschaftsbegriffHoppe/Beckmann/Kauch § 21, RN 31.Google Scholar
  12. 12.
    Bender/Sparwasser/EngelKap. 8, RN 108.Google Scholar
  13. 13.
    BVerwGE 55, 250 (256 ff.); ebenso ()VG Berlin,NVwZ 1985, 756 (759); OVG Münster,NVwZ-RR 1989, 638 (640).Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. etwa Breuer,in: Schmidt-Aßmann, RN 181. Diesem Argument konnte sich auch die Rspr. nicht verschließen, vgl. OVG Lüneburg,DVBI 1985, 1322 (1323) sowie - zum Atomrecht - BVerwGE 72, 300 (316 f.).Google Scholar
  15. 15.
    Allg.M., siehe etwa Schmidt/Müller, § 3, RN 10; aus der Rspr. etwa BVerwG,BayVBI 2002, 88 (89). Kritisch Koch,ZUR 1993, 103 (107).Google Scholar
  16. 16.
    Gem. § 906 12, 3 BGB kommt TA Luft und TA Lärm für die Frage der Wesentlichkeit von Beeinträchtigungen im Zivilrecht Indizfunktion zu, so schon zur früheren Rechtslage BGH,NJW 1993, 925 (929). Zu den Ausnahmen von der Bindungswirkung im übrigen vgl. näher Jarass,BlmSchG, § 48, RN 34 ff. sowie - aus der Rspr. - BVerwG,BayVBI 2002, 88 (89 f.). Art. 249 EGV sieht für den Erlaß von Rechtsakten der EU unter anderem die Form der Richtlinie vor, die jedoch in den Mitgliedstaaten nicht unmittelbar geltendes Recht darstellt, sondern erst einer Umsetzung bedarf. Vgl. hierzu ausführlich Schmidt/Müller, § 8, RN 47 f%Google Scholar
  17. 17.
    EuGH,EuZW 1991, 440 ff; kritisch hierzu Breuer,in: Schmidt-Aßmann, RN 181a a.E.Google Scholar
  18. 18.
    Für die übrigen Schadstoffe erklärt § 5 der 22. BlmSchV die Regelungen der TA Luft ausdrücklich für unberührt.Google Scholar
  19. 19.
    Unstreitig. Vgl. statt vieler Bender/Sparwasser/Engel,Kap. 8, RN 134; Breuer,in: SchmidtAßmann, RN 182.Google Scholar
  20. 20.
    u Zur daneben bestehenden raumbezogenen Form der Vorsorge siehe näher Jarass,BlmSchGGoogle Scholar
  21. 21.
    Schulze-Fielitz,in: Reiner Schmidt, BT 1, RN 85; Bender/Sparwasser/Engel,Kap. 8, RN 119.Google Scholar
  22. 22.
    Schmidt/Mitller, § 3, RN 12.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. die Nachw. bei Bender/Sparwasser/Engel,Kap. 8, RN 141. Richtigerweise wird man davon auszugehen haben, daß die beiden Dimensionen nicht alternativ, sondern kumulativ bestehen, Vorsorge also als multifunktionales Gebot zu verstehen ist. So auch Schmidt/Milller, § 1, RN 8; Schulze-Fielitz,in:Reiner Schmidt, BT I, RN 34 a.E.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. statt vieler Breuer,in: Schmidt-Aßmann, RN 187 a.E. m.w.Nachw. Teilweise a.A. etwa Bender/Sparwasser/Engel,Kap. 8, RN 144.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • Wolfram Sandner

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