Kinderurologie pp 196-207 | Cite as

Pathologische Doppelnieren — Ren duplex

  • A. Sigel

Abstract

Ein trigonaler Störfaktor bedingt ortswidrige Mündung der Doppelharnleiter und veranlaßt über verminderte metanephronale Induktion Parenchymverminderung der Niere, Ausstülpung der ektopen Harnleitermündung (Ureterozele) kompliziert die Fehlbildung. Formalgenetisch handelt es sich um eine Verbindung aus obstruktiver, dysplastischer, refluxiver und bakterieller Nephropathie. Kaudale Ektopie (des HL der oberen Anlage) hat nach renalem Destruktionsgrad und Therapieaufwand oft größeren Krankheitswert als synchrone Refluxkrankheit der unteren Anlage. Je entfernter die Harnleitermündung von der Normposition, um so mehr reduktive Dysplasie und kompensatorische Hypertrophie der jeweilig gesunden Anlage. Kranial und kaudal ostiale Ektopie können gemeinsam vorkommen und dann ihren Krankheitswert addieren. Beide besitzen neben parenchymal reduktiver auch vasal hypertone Potenz. Obere Anlage meistens ektomiebe-dürftig samt zugehörigem Harnleiter und Ureterozele. Untere Anlage bedarf antirefluxiver Operation (selten Exstirpation). Selten Indikation zur Inter-Anastomose der beiden Harnleiter. Perinatale Diagnostik vermittelt abgestufte und frühzeitige Therapie. Die pathologische Ren duplex vereinigt in sich dysplastische, obstruktive, refluxive und bakterielle Uronephropathie. Die wichtigsten Beiträge kamen aus der Melbourne-Gruppe.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2001

Authors and Affiliations

  • A. Sigel

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