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Störungen der Melaninpigmentierung

  • W. Stolz
  • T. Vogt
  • M. Landthaler

Zusammenfassung

Für die Ausprägung einer normalen Hautpigmentierung sind die Melanozyten verantwortlich. Während der Embryonalperiode wandern melanozytäre Vorläuferzellen (Melanoblasten) von der Neuralleiste zur Haut und besiedeln diese ab der achten Woche. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die jetzt Melanozyten genannten Zellen mit der Melaninproduktion. Die unterschiedliche Ausprägung der Pigmentierung bei den einzelnen Rassen hängt nicht von der Zahl der Melanozyten ab, die bei dunklen Rassen und Kaukasiern annähernd gleich ist, sondern ist vor allem auf die Größe und Anordnung der Melanosomen zurückzuführen. Dunkelhäutige besitzen größere Melanosomen, die im Gegensatz zu Hellhäutigen auch in den Keratinozyten als einzelne Organellen vorliegen. Wichtig für die Weitergabe der Melanosomen an die Keratinozyten ist das lysosomale System. Daher können Erkrankungen mit Störungen der Lysosomenfunktion zu einer Störung der Pigmentierung führen. Für die Differenzierung von Hypo- (angeborene Störungen) und Depigmentierungen (erworben) hat sich die Unterscheidung in Störungen durch Verlust von Melanozyten (melanozytopenisch) und durch Reduktion der Melanosomen (melanopenisch) bewährt. Ebenso werden bei den umschriebenen Hyperpigmentierungen Veränderungen mit Vermehrung der Melanosomen (melanotische Hyperpigmentierung) und der Melanozyten (melanozytäre Tumoren, s. Kap. 28) differenziert. Weiterhin sind Pigmentveränderungen, die nicht auf Veränderungen des Melaningehaltes oder der Zahl der Melanozyten zurückzuführen sind, abzugrenzen (z. B. Tinea nigra, Fremdkörpereinsprengungen, Naevus anaemicus etc.).

Synonym

Sommersprossen Lentigo der Schleimhaut (Lippe, Penis, Vulva) Chloasma Hypomelanosis Ito Bloch-Sulzberger-Syndrom 

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

Authors and Affiliations

  • W. Stolz
  • T. Vogt
  • M. Landthaler

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