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Psychotherapie

  • Markus Gastpar
  • Werner Heinz
  • Thomas Poehlke
  • Peter Raschke

Zusammenfassung

Psychotherapie bezeichnet theoriegeleitete und methodische, v. a. sprachliche Interventionen zur Veränderung pathologischen Verhaltens und Erlebens. Der Stellenwert einer so verstandenen Psychotherapie im Rahmen einer Substitutionstherapie ist umstritten. Dole und Nyswander, die Initiatoren der Substitutionstherapie, hielten im Kontext einer metabolischen Theorie der Abhängigkeit die Substitution für ausreichend zur psychischen Stabilisierung der Abhängigen. Darüber hinaus bestehe nur ein Bedarf an sozial-rehabilitativen Maßnahmen. Andere Autoren stellten zwar psychiatrische Störungen wie Persönlichkeitsstörungen oder neurotische Entwicklungen bei Abhängigen fest, waren aber äußerst pessimistisch hinsichtlich der Zugänglichkeit und Eignung von Drogenabhängigen für psychotherapeutische Maßnahmen. Im Gegensatz hierzu belegte eine der bedeutsamsten Untersuchungen der Psychotherapieforschung [Woody 1983] die Wirksamkeit von manualisierten halbjährigen Einzelpsychotherapien bei Patienten in → Methadonsubstitution, nämlich einer psychodynamischen Fokaltherapie und einer kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierten Therapie. Zwischen den beiden Therapieformen bestand in dieser Studie kein Wirksamkeitsunterschied. Vorteile gegenüber sozialpädagogischen Hilfen von Drogenberatern ergaben sich insbesondere für durch Abhängigkeit schwer beeinträchtigte Patienten. Prädiktoren für einen Therapieerfolg waren v. a. affektive Störungen im Vergleich zur antisozialen Persönlichkeitsstörung.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Markus Gastpar
    • 1
  • Werner Heinz
    • 2
  • Thomas Poehlke
    • 3
  • Peter Raschke
    • 4
  1. 1.Klinik für Psychiatrie und PsychotherapieRheinische Kliniken EssenEssenDeutschland
  2. 2.Drogenhilfezentrum FrankfurtFrankfurtDeutschland
  3. 3.MünsterDeutschland
  4. 4.HamburgDeutschland

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