Einführung

  • D. Vaitl

Zusammenfassung

In den vergangenen 30 Jahren hat die Forschung zwar eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zum Phänomen des Bluthochdrucks erarbeitet und damit zur Revision herkömmlicher Betrachtungsweisen geführt, doch nach wie vor stellt der Bluthochdruck eine Herausforderung an die Medizin des 20. Jahrhunderts dar. Sie ist, wie Weiner [1] es formuliert hat, jener Herausforderung vergleichbar, wie es im 19. Jahrhundert die Infektionskrankheiten waren. Daß Ätiologie, Pathogenese und Verlauf der essentiellen Hypertonie eine multifaktorielle Betrachtungsweise erfordern, wird von jedem, der sich mit diesem Phänomen beschäftigt, sicherlich uneingeschränkt akzeptiert. Trotz dem umfangreichen Wissen hält das Unbehagen darüber an, daß es bis heute noch kein einheitliches Erklärungsmodell für die essentielle Hypertonie gibt. Das reduktionistische Vorgehen bei der Erforschung des Bluthochdrucks hat zweifellos zu minutiösen Kenntnissen über die Funktion einzelner Faktoren geführt, wodurch eine Datenfülle akkumuliert wurde, die nun Integration und Synthese des bisher Bekannten erzwingt. Diese aber durch Simplifizierung oder Generalisierung gewaltsam herstellen zu wollen, führt zwangsläufig in Sackgassen, wofür es in der Hypertonie-Forschung nicht an Beispielen mangelt (vgl. hierzu den Beitrag von Pflanz). Ob man einer Synthese näher kommt, wenn nur weitere Beobachtungsfelder, beispielsweise psychologische oder soziologische, mit einbezogen werden, bleibt fraglich. Gewiß kann dadurch das gesamte Mosaik (vgl. Pages sog. Mosaik-Theorie) zwar farbiger gemacht werden, nicht notwendigerweise aber klarer.

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Literatur

  1. 1.
    Weiner, H.: Psychobiology of essential hypertension. Elsevier, New York, Oxford, Amsterdam 1979Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • D. Vaitl

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