Zusammenfassung

Durch die zur Registrierung des EEG benötigten hohen Verstärkungen werden auch Artefakte als Elemente der EEG-Kurve besonders deutlich wiedergegeben. Sie täuschen gelegentlich hirneigene Frequenzanteile, speziell im langsamen Bereich, vor und können somit vor allem bei der Beurteilung des Narkose-EEG zu Fehleinschätzungen fuhren. Deshalb müssen sie während der Registrierung erkannt, gekennzeichnet und wenn möglich ausgeschaltet werden. Man unterscheidet biologisch und technisch bedingte Artefakte. Biologische Artefakte sind Kunstprodukte im EEG, die durch Bewegungen, Herz-Kreislauf-Aktionen oder vegetative Reaktionen des Patienten ausgelöst werden. Sie sind durch entsprechende Aufklärung des Kranken, durch Änderung der Ableitebedingungen und durch Wechsel der Elektrodenposition zu beseitigen. Elektroden- oder Kabelartefakte sind gelegentlich biologisch, häufiger technisch bedingt. Hier verbessert vor allem die Verringerung der Elektrodenwiderstände die Registrierqualität. Technisch bedingte Artefakte sind besonders gut erkennbar. Die Ursachen — Einstreuungen von 50 Hz Wechselstrom oder Hochfrequenzstrom — sind zwar prinzipiell auffindbar und ausschaltbar, häufig jedoch besonders schwer zu beseitigen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Artefakterkennung in der spektralanalytischen Darstellung des EEG. Hier zeigen sich EKG und Pulsartefakte zumeist als 1–2 Hz Peaks; sie dürfen nicht mit einer Zunahme der Aktivität im Delta-Bereich verwechselt werden. Wie alle Artefakte werden sie am besten in der konventionellen EEG-Kurve erkannt (s. Abb. 4). Muskelartefakte und Hochfrequenzartefakte liegen unter den üblichen Registrierbedingungen außerhalb des Erfassungsbereichs der Spektralanalyse (0,5–32 Hz). Aufgrund der mathematisch-technischen Gegebenheiten kann es jedoch zu einer „Spiegelung“ dieser hochfrequenten Phänomene an der Abtastfrequenz der Spektralanalyse kommen. Dabei werden Aktivitäten innerhalb des fur das EEG relevanten Frequenzbereichs vorgetäuscht. Dies läßt sich durch eine sorgfältige Tiefpaßfilterung im EEG-Aufnahmegerät, die Frequenzen oberhalb 70 Hz zuverlässig weg-filtert, verhindern.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Ina Pichlmayr
    • 1
  1. 1.Zentrum für Anästhesiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Abteilung IVKrankenhaus OststadtHannover 51Deutschland

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