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Die Fakultät im Übergang zur naturwissenschaftlichen Medizin

  • Eduard Seidler

Zusammenfassung

Kein Ereignis markiert deutlicher den bisher folgenreichsten Entwicklungsschritt in der neueren Geistesgeschichte der Medizin, als das kurz hintereinander erfolgte Erscheinen zweier wissenschaftlicher Werke von Weltrang: 1858 veröffentlichte Rudolf Virchow (1821–1902) seine »Cellularpathologie«, 1859 Charles Darwin (1809–1882) seinen »Origin of Species«. Kaum eine Tatsache spiegelt eindringlicher die Konsequenzen dieser neuen Ansätze, als der durch Studenten und die meisten Fakultätsmitglieder im Jahre 1862 erzwungene Rücktritt des 64jährigen Freiburger Internisten und Pathologen Karl Heinrich Baumgärtner mit der Begründung, »man bedürfe eines Klinikers der neuen Richtung«. Die Einzelheiten dieses zwar lokalen, aber für den Zeitgeist typischen Ereignisses bezeichnen einen Umschwung im Selbstverständnis der Fakultät, wie er sich klarer nicht ausdrücken konnte. Auf dem Weg dahin — so die gängige Meinung — sei es der Fakultät allerdings schwer gefallen, den Anschluß an die zwischen 1830 und 1860 stürmische Wissenschaftsentwicklung zu finden bzw. Wesentliches zu ihr beizutragen1.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Eduard Seidler
    • 1
  1. 1.Institut für Geschichte der MedizinAlbert-Ludwigs-UniversitätFreiburg im BreisgauBundesrepublik Deutschland

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