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Beziehung und Deutung in der Individualpsychologie — oder: Reziprokes Verstehen und dialogischer Perspektivenwandel

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Zusammenfassung

„Mensch sein heißt, sich minderwertig fühlen“: Von dieser schlagwortartigen These ausgehend, begann Adler in den Jahren nach seiner Loslösung von Freud konsequent seine eigene Persönlichkeitstheorie und Neurosenlehre zu formulieren. Grundlegend war dabei die Annahme, daß der Mensch von Anfang an unbewußt darauf abzielt, jene Mangellagen zu überwinden, die ihm als einer,,physiologischen Frühgeburt” (Adler) gleichsam in die Wiege gelegt wurden. Doch bergen diese Nachteile (wie etwa: motorische Beschränktheit, weitgehend rudimentäres instinktives Antriebspotential) von Anfang an auch den Anreiz zu einer großartigen Kompensation in sich. Denn der neugeborene Mensch muß sich (wie kein anderes Lebewesen neben ihm) in einer weitgehend eingeschränkten Weise um das Auffinden jener Mittel und Wege bemühen, die zum Ziel einer fiktiven Lebenssituation führen, in der sämtliche Widrigkeiten, Mangelerfahrungen und Ängste überwunden wären.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

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