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Augenheilkunde pp 150-154 | Cite as

Die Erkrankungen der Sehbahn

  • Wolfgang Leydhecker

Zusammenfassung

Die Störungen der Sehbahn vom Chiasma aufwärts diagnostiziert man aus den Gesichtsfeldausfällen. Die Papille bleibt ohne sichere Atrophie. Die Gesichtsfeldveränderungen versteht man, wenn man den Faserverlauf der Sehbahn kennt (Abb. 17.1–17.5): Die Fasern des dritten Neurons der Netzhaut ziehen von der Netzhaut als N. opticus zum Chiasma nervorum. Hier erfolgt die Halbkreuzung der Nervenfasern, so daß im Traktus jeweils nur noch Fasern aus korrespondierenden Netzhautarealen verlaufen. Der rechte Traktus enthält die ungekreuzten Fasern der temporalen Netzhauthälfte des rechten Auges und die gekreuzten Fasern der nasalen Netzhauthälfte des linken Auges, also nur Fasern der rechten Netzhauthälften, was der linken Gesichtsfeldhälfte entspricht (Abb. 17.1 u. 17.5). Der linke Traktus enthält die Fasern für die beiden rechten Gesichtsfeldhälften. Die Fasern des Traktus enden im Corpus geniculatum laterale, dem primären Sehzentrum. Von hier aus zieht das zentrale Neuron, die Gratiolet-Sehstrahlung, im hinteren Schenkel der inneren Kapsel um das Seitenhorn des Seitenventrikels und am Hinterhorn entlang zum Okzipitalpol. Sie endet in der Calcarinagegend an der Innenfläche des Hinterhauptlappens, dem Sehzentrum (Abb. 17.2). Die Fissur entspricht der horizontalen Trennungslinie der beiden Gesichtsfelder, während die vertikale Trennung beider Gesichtshälften durch die Falx cerebri gegeben ist, die beide Hinterhauptlappen voneinander scheidet. Die Makulafasern teilen sich wie die der übrigen Netzhaut im Chiasma.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Leydhecker
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik im Kopfklinikum WürzburgWürzburgDeutschland

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