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Müllentsorgung in der Praxis

  • Franz Daschner

Zusammenfassung

Zu diesem Thema hat das Bundesgesundheitsamt das Merkblatt M 1 „Die Beseitigung von Abfällen aus Krankenhäusern, Arztpraxen und sonstigen Einrichtungen“ (Bundesgesundheitsblatt 17 (1974), S. 355–57) herausgegeben. Abfälle aus Arztpraxen werden in dem Merkblatt jenen Abfällen zugeordnet, die jeder Beseitigungsmethode zugänglich sind, also auch mit dem Hausmüll entsorgt werden können. Hierzu zählen auch Wundverbände, Gipsverbände, Einwegwäsche, Einwegartikel einschließlich Einwegspritzen, wenn diese unbenutzbar gemacht wurden. In dem Merkblatt wird festgestellt, daß keine Veranlassung besteht, Abfälle aus Arztpraxen von der Beseitigung durch die nach Landesrecht für die Abfallbeseitigung zuständigen Körperschaften des öffentlichen Rechts auszuschließen. Diese werden aufgefordert, falls noch nicht geschehen, ihre Satzungen über die Müllabfuhr entsprechend zu ändern. Abfälle, die beim Beseitigen besonderer Maßnahmen bedürfen, beschränken sich auf solche, die aufgrund von § 10 a Bundesseuchengesetz behandelt werden müssen: z. B. Abfälle von Patienten mit meldepflichtigen Erkrankungen wie Hepatitis, Ruhr, Salmonellen usw. Diese Abfälle müssen entweder verbrannt (zugelassene Verbrennungsanlage) oder vor der Endbeseitigung mit gespanntem, gesättigtem Wasserdampf (Autoklav) desinfiziert werden, aber auch nur dann, wenn die Abfälle mit soviel Erregern meldepflichtiger Erkrankungen kontami-Müllentsorgung in der Praxis niert sind, daß dadurch überhaupt eine Infektionsübertragung möglich ist. Zeitungen, Bücher usw., bzw. Verpackungsmaterial für die Behandlung solcher Patienten oder auch Einwegspritzen, mit denen man nur Medikamente injiziert hat, gelten somit nicht als infektiöser Müll. Chemische Desinfektion ist nicht zulässig und außerdem wirkungslos. Desinfizierte Abfälle können wie Hausmüll entsorgt werden. Mülldesinfektion in der Praxis geschieht am besten im Autoklaven. Sammeln Sie den infektiösen Müll am besten in einer Plastiktüte, die von Wasserdampf penetriert werden kann (in Medizinfachgeschäften erhältlich) oder in einer Metalldose, deren Deckel Sie erst nach dem Autoklavieren verschließen. Auf keinen Fall müssen Sie Ihren Praxismüll von einem sog. „Spezialunternehmen” entsorgen lassen. Dieses Geld können Sie sich sparen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • Franz Daschner
    • 1
  1. 1.Klinikum der Albert-Ludwigs-UniversitätFreiburgDeutschland

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