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Gibt es den rationalen Wähler? Eine Logitanalyse zur Erklärungskraft des Rational-Choice-Ansatzes in der empirischen Wahlforschung

  • Hans-Jürgen Andreß
  • Jacques A. Hagenaars
  • Steffen Kühnel
Chapter
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Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Lassen sich Wahlbeteiligung und Wahlverhalten als Ergebnis rationaler Entscheidungen auffassen? Dies ist die Fragestellung der in diesem Kapitel vorgestellten Untersuchung. Die Thematik „Wahlverhalten“ hatten wir als Beispiel bereits in den Kapiteln 1–5 des Grundlagenteils verwendet. Während wir dort aber mit einem Datensatz gearbeitet haben, den wir eigens für unsere Beispielrechnungen konstruiert haben, wollen wir nun neuere empirische Daten zum Wahlverhalten analysieren. Mit finanzieller Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung wurden in der Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 1995 Telefoninterviews durchgeführt, in denen Daten entsprechend den Konzepten der Theorie des rationalen Wählers erhoben wurden. Wir werden zunächst die theoretischen Überlegungen kurz vorstellen (Abschnitt 9.1). In Abschnitt 9.2 werden wir dann berichten, wie die Konzepte in die Fragen der Telefoninterviews umgesetzt worden sind. Anschließend werden wir mit den in Abschnitt 5.2 vorgestellten binären Logitmodellen untersuchen, wie gut sich die beabsichtigte Wahlbeteiligung vorhersagen läßt (Abschnitt 9.3). Neben binären Logitmodellen werden wir auch das kumulative Logitmodell aus Abschnitt 5.3.3 anwenden. Personen, die sich nicht an der Wahl beteiligen, bezeichnen wir im folgenden mangels eines besseren Begriffs als Nichtwähler. In einem weiteren Analyseschritt werden mit dann mit den in Abschnitt 5.3.2 vorgestellten konditionalen Logitmodellen sowohl das Nicht-wählen als auch für die Wähler die Wahl einer Partei vorhersagen (Abschnitt 9.4). Wir werden dabei auf das Problem stoßen, daß eine der Anwendungsvoraussetzungen für multinomiale und konditionale Logitmodelle, nämlich die Unabhängigkeit von irrelevanten Alternativen, nicht gegeben ist. Zur Lösung dieses Problems werden wir im letzten Analyseschritt (Abschnitt 9.5) eine Modifikation des konditionalen Logitmodells vorstellen und anwenden, bei der wir ohne diese Anwendungsvoraussetzung auskommen Es handelt sich hierbei um mehrstufige Logitmodelle oder Entscheidungsbäume.

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Literatur- und Programmhinweise

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Andreß
    • 1
  • Jacques A. Hagenaars
    • 2
  • Steffen Kühnel
    • 3
  1. 1.Fakultät für SoziologieUniversität BielefeldBielefeldDeutschland
  2. 2.Faculty of Social SciencesTilburg UniversityTilburgThe Netherlands
  3. 3.Institut für PolitikwissenschaftUniversität GießenGießenDeutschland

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