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Eine GSK-Analyse zum Zusammenhang von objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Wohlbefinden

  • Hans-Jürgen Andreß
  • Jacques A. Hagenaars
  • Steffen Kühnel
Chapter
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Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

„Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage Ihres Haushalts insgesamt?“ ist eine in der Umfrageforschung häufig gestellte Frage. Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß einkommensschwache Haushalte diese Frage eher negativ beantworten. In vielen Untersuchungen zu objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Wohlbefinden wurde jedoch festgestellt, daß Menschen sowohl unter ungünstigen Lebensbedingungen zufrieden als auch unter günstigen unzufrieden sein können. Wolfgang Zapf (1984) hat in diesem Zusammenhang von einem „Zufriedenheitsparadox“ und einem „Unzufriedenheitsdilemma“ gesprochen. Die Beobachtung einer nur teilweisen Übereinstimmung zwischen Lebensbedingungen und Wohlbefinden hat seit den siebziger Jahren eine Vielzahl empirischer Forschungen angestoßen, die sich explizit mit der subjektiven Wahrnehmung individueller Lebenslagen beschäftigen (vgl. die „Quality of Life Surveys“ in verschiedenen Ländern oder die Wohlfahrtssurveys in der Bundesrepublik, z.B. Campbell et al. 1976, Glatzer/Zapf 1984). Die Forschungsergebnisse zeigen, daß dabei neben den objektiven Lebensbedingungen soziale Vergleichsprozesse und Prozesse der Anspruchsanpassung eine Rolle spielen. Die individuellen Standards, nach denen Menschen ihre Lebensbedingungen bewerten, werden beispielsweise dadurch erworben, daß sie ihre eigenen Lebensverhältnisse mit denen relevanter Anderer vergleichen. Auch ist zu erwarten, daß niemand langfristig mit Unzufriedenheit leben kann, ohne seelischen Schaden zu nehmen. Von daher besteht ein gewisser Druck, die eigenen Ansprüche an die objektiven Möglichkeiten anzupassen. Wir wollen diese Überlegung im folgenden für eine Analyse einkommensschwacher Haushalte nutzen: Wir untersuchen die Frage, wie diese Haushalte ihre prekäre ökonomische Lage beurteilen. Wir werden die einfache Hypothese testen, daß dabei neben dem tatsächlichen Einkommen der Haushalte insbesondere soziale Vergleichsprozesse eine Rolle spielen.

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Literaturhinweise

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  4. Forthofer, R.N./Koch, G.G. (1973): An analysis for compounded functions of categorical data. Biometrics, 2, 143 - 157Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Andreß
    • 1
  • Jacques A. Hagenaars
    • 2
  • Steffen Kühnel
    • 3
  1. 1.Fakultät für SoziologieUniversität BielefeldBielefeldDeutschland
  2. 2.Faculty of Social SciencesTilburg UniversityTilburgThe Netherlands
  3. 3.Institut für PolitikwissenschaftUniversität GießenGießenDeutschland

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